03.06.2009 – Auf nach Monterey – zwischen Tieren und Missionaren
By jens | Juni 5, 2009
Was ein schöner Tag! Jetzt um kurz vor 8 am Abend bin ich im Motel in Monterey angekommen und meine Füsse (und auch der Rest von mir) erholen sich vom Tag. Aber der Reihe nach. Nachdem ich gestern kurz vor 9 ja schon im Bett war, war ich pünktlich um 5 Uhr morgends heute putzmunter. Zwar habe ich mich dann nochmal umgedreht, aber um sechs hat es mich dann entgültig rausgetrieben.
Nach einem Kaffee und ein paar Weintrauben zum Frühstück ging es dann pünktlich um sieben los. Der Weg führt zunächst entlang des San Andreas Grabens bis zur Küste nach Half Moon Bay. Hier gab es schon die ersten lohnenden Fotostops


In Half Moon Bay angekommen habe ich einen kleinen Rundgang gemacht, da ein Touriheft von dem schönen historischen Kern berichtet hat, was ich mir nun gern anschauen wollte. Nun ja, für einen kurzen Zwischenstop, um sich die Beine zu vertreten ganz nett – spektakulär ist jedoch anders.



Interessant war die Geschichte zu nebenstehendem Gebäude: Die Giorgetti’s waren eine italienische Familie zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Amerika. 1942 mit dem Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg wurde ein Dekret erlassen, dass die Zone westlich des Highway 1 – eben jenes Land was die Giorgettis bewirtschafteten – zur Sperrzone für Deutsche, Japaner und Italiener erklärte. Ziel war es diese Personen daran zu hindern, den Kriegsfeinden in irgendeiner Weise zu helfen. Der Sohn der Giorgettis war zu diesem Zeitpunkt selbst bei der US Army. Aufgrund des Dekretes musste er mit ansehen, wie seine Mutter und sein Vater getrennt wurden, denn der Vater hatte die US-Staatsbürgerschaft und konnte weiter die Farm betreiben, während die Mutter diese nicht hatte und separat wohnen musste. Der Sohn Leo machte sich daraufhin auf nach San Francisco und sprach dort mit einem Offizier, dem er erklärte, dass man ihn erschießen können, sollte man nachweisen, dass seine Mutter eine Gefahr für das Land sei. Nun mag es Zufall sein, aber wenige Zeit später wurde das Dekret zumindest für die Italiener aufgehoben. Für diese Gegend bedeutend, denn es hab eine große italienische Gemeinschaft.
Nach diesem Zwischenstop ging es dann auf den Highway 1 der zu dem ein oder anderen Fotostop einlud


Dann stand der erste eigentlich Programmpunkt auf dem Plan: Pidgeon Point Lighthouse Statepark. Hier gibt es im wesentlichen einen Leuchtturm zu besichtigen, was ich dann auch nur von aussen gemacht habe und damit einiges an Zeit gespart habe.

Diese gesparte Zeit habe ich natürlich in Gedanken auch schon wieder verplant gehabt und zwar für den Año Nuevo State National Reserve. Dieser Park ist quasi eine Schutzzone für Tiere – die bekanntesten unter ihnen die Seeelephanten.
Hier habe ich eine kleine Wanderung von knapp 3km unternommen. Dabei bin ich bewaffnet mit meinem Einbeinstativ und meinem 600mm-Objektiv durch die Lande gezögen. Und am Ende war ich durchaus erfolgreich. Neben vielen Seeelefanten waren auch noch 2 Rehe dabei, Pelikane, ein paar kleinere Vögel und eine (von mir für harmlos befundene) Schlange. Alles in allem ein ganz toller Stop, der mit 2 Stunden eigentlich noch zu kurz war. Aber ich hatte ja noch einiges vor am heutigen Tag.
Hier ein paar der tierischen Bilder:






Nach diesem tollen Stop war es mittlerweile kurz nach 11 Uhr und ich habe mich dann auf direktem Weg ab nach Santa Cruz gemacht, wo ich der dortigen Mission Santa Cruz einen kurzen Besuch abgestattet hatte. Die Mission wurde 1791 vom Nachfolger Junipero Serras, Francisco de Lasuén gegründet. Die heute Mission ist jedoch nur eine Kopie im Maßstab 1:2, die man 1931 anfertigen lies. Erdbeben in den Jahren 1840 und 1857 in der Region hatten die alte Mission zerstört. Wieder nur ein kurzer netter Zwischenstop, der gut am Weg lag.


Danach ging es raus in den Wald kurz hinter Santa Cruz. Dort befindet sich der Mystery Spot. Hierbei handelt es sich um einen Berghang, an dem die Gesetze der Physik ausgehebelt zu sein scheinen. So fließt Wasser augenscheinlich aufwärts, Menschen wechseln ihre Größe haben unnatürliche Schräglagen wie ich hier:

Insgesamt ein für 5 EUR witziger Stop, allerdings ist vorsicht geboten, in dem Haus wird einem schnell schwindelig…
Danach ging es dann weg vom Highway 1 ins Hinterland zum nächsten und letzten geplanten Stop des heutigen Tages San Juan Bautista. Dort stand die gleichnamige Mission auf dem Plan. Der Ort selbst war dann eine absolute Überraschung, denn hier schaut es aus, als wäre die Zeit im Wilden Westen stehengeblieben. Auch in der Mission gab es hier einiges zu sehen. Diese 1797 fertiggestellte Mission wurde ebenfalls von Padre Francisco Lasuén gegründert, wie auch schon die in Santa Cruz, jedoch blieb diese Mission auch nach den Erdbeben zu großen Teilen erhalten und kann neben dem dazugehörigen Garten, Friedhof und Museum besichtigt werden.


Witzig bei der Kirche war, dass die Tür eine Katzenklappe hat. Damit solle es den Katzen ermöglicht werden, jederzeit Mäuse zu jagen, denn Mäuse waren lange Zeit eine Plage in der Gegend, die einen Großteil der Ernte vernichtet hat.
Aber wiegesagt auch der Ort hatte einen tollen Flair, so dass ich auch dort noch einmal eine Runde gedreht habe:


Damit war das Tagesprogramm soweit (über-)erfüllt und ich bin ab nach Monterey gedüst, wo ich gegen 16 Uhr im Motel eingecheckt habe. Soweit auch hier alles prima. Ist sauber, mit Internet und Parkplatz – mehr will ich ja garnicht
Da jedoch noch soviel Zeit war, bin ich dann noch eine Runde durch Monterey. Ein paar erste Bilder dürfen da auch nicht fehlen – den Rest gibt es dann morgen bei genauerer Besichtigung:




So, mitterweile ist es auch kurz nach 21 Uhr hier und das frühe Aufstehen fordert seinen Tribut. Aber es war ein schöner Tag – so kann es auf jedenfall weitergehen. Morgen bleibe ich ja dann hier in der Gegend und hoffe einfach nochmal auf so tolles Wetter (auch wenn der Wetterbericht das noch anders sieht).
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