Kurzer Einschub: Die Geschichte der spanischen Missionen in Kalifornien
By jens | Juni 7, 2009
Da ich auf der Rundreise auch zahlreiche Missionen entlang des Kalifornischen Königswegs (Camino Real) besichtige, hier eine kurze Zusammenfassung, was es mit diesen Missionen eigentlich auf sich hat.
Kurz zusammengefasst waren die Missionen Einrichtungen der Spanier, um die einheimischen Indianer zum Christentum zu überführen. Errichtet wurden sie durch den Franziskaner Order zwischen 1769 und 1823 entlang der Küste Kaliforniens, wobei die einzelnen Missionen jeweils eine Tagesdistanz (mit dem Pferd) auseinanderliegen.
Der eigentliche Hintergrund für die Gründung der Missionen ist jedoch ein anderer: Machterhalt. Die Spanier bekamen Mitte des 18. Jahrhunders mit, dass auch der russische Zar Ambitionen hat, sich in Nordamerika auszubreiten. Nun war Kalifornien der nördlichste spanische Stützpunkt auf dem amerikanischen Kontinent und damit am meisten von einer russischen Übernahme bedroht, denn das Land war kaum mit Spaniern besiedelt und die Indianer hatten keinerlei Beziehung zu Spanien. Da es für Spanien unmöglich war, schnell eine große Bevölkerung in Kalifornien mit eigenen Bürgern zu etablieren, kam man auf eine andere Idee. Mit der Konvertierung der Indianer zum Christentum sollten diese zu spanischen Bürgern werden, die der spanischen Sprache mächtig sind und zu guter letzt auch das Land mit Steuern finanzieren. Geplant war es zudem, Indianern nach 10 Jahren Dienst in der Mission ein eigenes Stück Land zu geben. Doch dazu ist es nicht gekommen, da die meisten die 10 Jahre nicht überlebt haben aufgrund der fehlenden Immunität gegen die europäischen Krankheiten.

Die erste Mission wurde dann am 14. Juli 1769 durch den Fanziskaner Junipero Serra in San Diego gegründet. Die Franziskaner hatten zuvor auf der Mexikanischen Halbinsel 15 zuvor Jesuitische Missionen (und eine eigene) betreut, die durch Order des Königs nun durch die Dominikaner geführt wurden, um den Franziskanern die Gründung von Missionen in Kalifornien zu ermöglichen.
Das Ziel einer finanziellen Selbstständigkeit der Missionen durch Agrarwirtschaft (die Indianer stellten hier die Arbeitskräfte dar) und Steuern lies sich jedoch anders als in anderen spanischen Kolonien nicht so schnell erreichen. Dieser finanzielle Aufwand führte auch dazu, dass mit der Mission in Sonoma 1823 die letzte Mission errichtet wurde. Pläne für zumindest eine weiter nördlichere Mission wurden aufgegeben. Ab 1826 begann dann die stückweise Aufgabe der Missionen. Zunächst wurde den Indianern angeboten, sie aus der Mission zu entlassen und als freie mexikanische Bürger aufzunehmen. Alternativ sollten ihnen in den Missionen, so sie da bleiben wollten, die schlechten Behandlungen erspart bleiben. Die entgültige Sekularisierung der Missionen wurde schließlich 1833 im mexikanischen Kongress beschlossen. In den kommenden Jahren wurden die Missionen dann von den Franziskanern verlassen und die verbleibenden Reste von den Einheimischen geplündert. Mit der Übergabe Kaliforniens an die USA verloren die Indianer zu großen Teilen dann sämtliche Rechte an dem zuvor bewirtschafteten Land.
Heute sind die Missionen (bis auf zwei) wieder in der Hand der katholischen Kirche und wurden zu großen Teilen wieder restauriert. Sie alle sind heute im wesentlichen durch den Freeway 101 verbunden, der auch heute noch den Namen “Camino Real” trägt.
Soviel also dazu
Ab jetzt gehts wieder mit vielen Bildern von der Reise weiter…

