USA 2007 / 2009 Blog
Eine USA-Reise von April bis Juni 2007 und Juni 2009

Freitag, 04.05.2007 - Auf den Spuren der Unabhängigkeitsbewegung

Posted by Jens Koopmann
On Mai 13th, 2007 at 02:05

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Posted in Ostroute, Reisetagebuch

Und weiter geht es mit unserem Stadtspaziergang entlang des Freedom Trails. Nachdem wir gestern bis zur Faneuil-Hall gekommen sind, stand heute zunächst der Teil in Charlestown und dann die Sehenswürdigkeiten in Nordboston auf dem Programm.

Freedom Trail (Teil 2)

Zunächst einmal mussten wir über den Charlesriver nach Charlestown. Von der Charlestown-Bridge kann man dabei auch einen schönen Blick auf die Storrow Drive Bridge werfen, über die wir gestern nach Boston gefahren sind.

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Am Ende der Brücke ist man auch schon direkt am City Square von Charlestown . Hier steht in der Mitte eine kleine nette Brunnenanlage.

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Danach führt der Weg durch einige schöne Gassen hoch zum Bunker Hill Monument .

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Das Bunker Hill Monument gedenkt der ersten großen Schlacht im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Nachdem die Engländer in Lexington und Concord eher ins Hintertreffen gelangt waren, zogen sie sich nach Boston zurück. Die Kolonisten ihrerseits hatten sich im Bunkerhill verschanzt und erwarteten die Engländer dort. Letztlich konnten die Engländer nur einen Sieg unter hohen Verlusten erreichen, als den Kolonisten schließlich die Munition ausging. Die Schlacht fand am 17.06.1775 statt. Wer jetzt allerdings denkt, dass das Monument auf dem Bunker Hill steht, der irrt, denn dieser Hügel heisst Breed’s Hill. Allerdings fanden hier auch die meisten Kämpfe statt.

Der Turm ist 67m hoch und man kann ihn auch zu Fuss über 294 Stufen erklimmen. In einem Anfall geistiger Umnachtung haben wir dies dann auch getan. Nach einem Anfall von Taubheit in den Gelenken und Waden wird man aber schließlich mit einer tollen Aussicht über Boston belohnt. Das ganze ist sogar kostenfrei.

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Nach dem Bunker Hill Monument führt der Freedom Trail weiter zur USS Constitution , dem ältesten noch im Dienst befindlichen Schlachtschiff der Welt. Das Schiff wurde 1797 in Dienst gestellt und ist bis heute seetüchtig.

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Das Schiff kann im Rahmen einer kostenlosen Führung auch besichtigt werden. Die Führung dauert ca. eine halbe Stunde und ist kostenfrei. Man sieht neben dem Oberdeck, das Waffendeck und das Unterdeck, wo die Mannschaft schläft.

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Danach ging es wieder zurück auf die Bostoner Seite und zum Copp’s Hill Burying Ground. Auf diesem Friedhof sind einige Sklaven aber auch Politiker begraben. Interessant auf diesem Friedhof, genauso wie beim Granary Burying Ground (sh. Teil 1 der Freedom Trail-Beschreibung) sind die Verzierungen der Grabsteine. Hier findet man Totenköpfe mit Engelsflügeln genauso wie Sanduhren.

Hier ein paar Bilder von beiden Friedhöfen des Freedom Trails:

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Danach ging es zur Old North Church . Diese 1723 erbaute Kirche ist die älteste in Boston und gilt auch als die schönste. Man sollte dennoch nicht zu viel Prunk erwarten, denn die Kirche ist recht schlicht, aber hübsch gestaltet.

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Die Kirche spielte auch eine Rolle im Unabhänigkeitskrieg. Sofern in der Kirche Laternen aufgehängt wurden (oben im Turm), war dies das Signal, dass die Engländer nach Boston eindringen. Eine Laterne stand für den Landweg und zwei Laternen für den Seeweg. Auf diesem Weg konnten die umliegenden Städte gewarnt werden.

Nächster und letzter Stop des Freedom Trails war das Paul Revere Haus . Es ist das älteste Haus Bostons und wurde um 1680 fertiggestellt.

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Nach dem Freedom Trail gab es erstmal ein Essen in der Faneuil Hall: Clam Chowder und ein Lobster-Baguette. Clam Chowder ist eine cremige Muschelsuppe, die ganz gut schmeckt - ein bisschen wie Kartoffelsuppe. Dann ging es zurück zum Boston Common und von dort durch Beacon Hill, die Newbury Street, Backbay, den Theater District und das kleine Chinatown von Boston. Alle diese Viertel liegen sehr nach beieinander und sind für einen Spaziergang sehenswert. Insbesondere Beacon Hill und die Newbury Street bieten viele historische Strassenzüge.

Hier noch ein paar Bilder:

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Damit ging auch wieder ein langer Tag zu Ende, der sich aber gelohnt hatte. Da es heute (05.05.2007) nach Plymouth ging, hier schonmal ein Fazit:

  • Tolle Stadt mit viel historischem Flair
  • Wir hatten absolutes Glück mit dem Wetter
  • 398 Fotos
  • Boston ist sicher nochmal einen Besuch wert
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Geschichtlicher Einschub: Die Amerikanische Unabhängigkeitsbewegung

Posted by Jens Koopmann
On Mai 12th, 2007 at 01:05

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Posted in Ostroute, Reisetagebuch

Da heute die Artikel von Boston solangsam online gehen, denke ich, ist es hilfreich, mal einen kurzen Abriss über die Unabhängigkeitsbewegung in den USA zu geben, vor allem, damit ihr auch die Artikel der folgenden Tage etwas einordnen könnt.

Bei der Besiedlung der USA wurden die Gebiete zunächst in 13 Kolonien aufgeteilt (sie sind heute in der Flagge durch die 13 Streifen symbolisiert). Alle unterstanden der britischen Regierung. Der Krieg mit den Franzosen und Indianern hatte Grossbritannien jedoch sehr viel Geld gekostet was nun in Europa fehlte. Die Britten begannen daher, die bereits existierenden Gesetze in den Kolonien, die bisher jedoch nicht durchgesetzt wurden nun zu forcieren. In der Spitze führte dies zu einer Besteuerung fast aller Waren. Die Kolonien waren jedoch verpflichtet ihre Erzeugnisse (Rohstoffe) nach Großbritannien zu senden und ihrerseits den Britten ihre Waren abzukaufen. Gegen diese Steuern wehrten sich die Kolonisten, denn obwohl sie Bürger des Königreichs waren, hatten sie keinerlei politischen Einfluss. Der Wahlspruch lautete daher “No taxation without representation” (Keine Besteuerung ohne Mitspracherecht).

1773 kam es dann zur Boston Tea Party. Eigentlich waren die Kolonisten verpflichtet den Tee von England zu kaufen, nur war dieser ihnen zu teuer, so dass sie über Schmuggelwege den Tea von den Niederländern erwarben. 1773 unterbanden Gegner der britschen Krone, darunter John Hancock die Entladung des Schiffs Darthmouth, die britschen Tee geladen hatte. Der Kapitän wollte daraufhin den Hafen wieder verlassen, nur dies verhinderte der Gouverneur (im Dienst der britischen Krone), solange noch nicht die Importzölle bezahlt seien. Daraufhin stürmten Kolonisten das Schiff und warfen den Tee über Board.

Im ersten Kontinentalkongress 1774 beschlossen riefen die Vertreter die Kolonien auf, eigene Militärs zu bilden. Massachusetts wurde zudem beauftragt eine Regierung zu bilden.

Die ersten Kampaktivitäten gab es dann in Lexington bei Boston 1775 als die Britten versuchten ein Lager der Rebellen zu überfallen. Sie wurden jedoch dort geschlagen. Die nächsten Schlachten waren in Boston, dass zunächst von den Briten eingenommen war. General George Washington umzingelte jedoch die Stadt und nahm sie für die Rebellen wieder ein.

Im zweiten Kontinentalkongress 1775 versuchten die Kolonien noch ein letztes Mal, König George III zu einem Einlenken zu bewegen, jedoch erfolglos. Am 04. Juli 1776 erklärten die Kolonien dann ihre Unabhängigkeit von Großbritannien. Wie man sich leicht vorstellen kann, war Großbritannien davon nicht begeistert und weit davon entfernt dies so einfach zu akzeptieren.

Erst 1781 wurde der Revolutionskrieg entgültig beendet, als die Briten in Yorktown kapitulierten. In der Zwischenzeit hatten sich die Rebellen Frankreich als Partner geholt.

Im Frieden von Paris 1783 wurde die Unabhängigkeit von Großbritannien schließlich anerkannt und alle Gebiete bis zum Mississippi waren frei.

Doch ein solches Staatengebilde, wie es die 13 ehemaligen Kolonien waren, liess sich nicht einfach regieren, von daher setzte man sich 1787 in Philadelphia unter Vorsitz von George Washington zusammen, um eine Verfassung auszuarbeiten. Anschließend wurde Washington der erste Präsident der USA.

So, mit diesen Info solltet ihr gewappnet sein für die Artikel der nächsten Tage.

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Donnerstag, 03.05.2007 - Graue Haare in Boston

Posted by Jens Koopmann
On Mai 11th, 2007 at 23:05

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Posted in Ostroute, Reisetagebuch

Gestern hieß es also bye bye New York und ab nach Boston. Davor stand aber erstmal aufstehen um 5 Uhr morgens und kurz nach 6 ab zur Mietwagenstation am Flughafen Newark. Dort haben wir einen Subaru bekommen, eine Art SUV. Ist soweit in Ordnung. Dann noch kurz die Elektrik installiert (i.W. Laptop und GPS-Empfänger für die Navigation) und schon ging es los nach…. ja wohin eigentlich?

Dank der übersichtlichen Strassen und der sehr frühzeitigen Anzeige von Abbiegungen ging es erstmal in eine ganz ganz andere Richtung. Also Wenden und zweiter Versuch. Vorbei ging es auf der Jersey-Seite, dann kurz durch die Bronx und dann endlich raus aus New York. Das ganze allerdings im dicken Berufsverkehr, so dass ich Blut und Wasser geschwitzt habe und es sicherlich einige neue graue Haare gegeben hat.

Danach war die Fahrt aber recht entspannend, da es weitgehend auf großen Strassen (Interstates oder größere Landstrassen) vorwärts ging. Auch in Boston fanden wir den Weg zum Hotel im ersten Anlauf, so dass wir 12:30 Uhr da waren. Effektive Fahrzeit waren circa 5 Stunden.

Danach ging es direkt nach Boston rein. Das Hotel (Four Point Boston Logan Airport) hat einen kostenlosen Shuttle zur U-Bahn, was die Sache natürlich erleichtert. Erste Station war dann der Boston Common. Da hier auch gleich ein Besucherzentrum war, nutzten wir die Gelegenheit 12 USD für eine 90 minütige Tour über den Freedom Trail zu investieren. Unser Tourguide war dabei in historische Gewänder gekleidert und versuchte der Führung einen authentischen Hauch zu geben. Nach der Führung sind wir den ersten Teil des Freedom Trails nochmal so abgelaufen.

Boston Freedom Trail

Der Freedom Trail ist ein Stadtspaziergang durch Boston und Charlestown, der vorbei an verschiedenen Stätten mit Bezug zur amerikanischen Unabhänigkeitsbewegung führt. Dem Weg kann man ganz einfach folgen, da er durch rote Backsteine auf dem Fussweg immer gekennzeichnet ist.

Erster Halt ist der Boston Common, die älteste städtische Parkanlage der USA. Der Park hatte jedoch früher andere Bestimmungen, u.a. war er Militärgelände, Weideland und Platz öffentlicher Hängungen.

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Direkt am Boston Common liegen drei weitere Sehenswürdigkeiten - das State House, das Shaw-Denkmal und die Park Street Church.

Das Gelände des State House gehörte einem der wichtigsten Männer der Stadt, John Hancock. Er war an den wichtigsten Ereignissen der Unabhänigkeitsbewegung beteiligt, u.a. der Boston Tea Party. Hancock verstarb jedoch hoch verschuldet, so dass seine Erben das Gelände später verkaufen mussten.

Das State House selbst diente als Ersatz für das zu klein gewordene alte State House, war aber selbst nach wenigen Jahren schon wieder zu klein und musste erweitert werden. Noch heute hat der Gouverneur von Boston hier seine Büros.

Am Besten erkennt man das State House an seiner goldenen Kuppel, die jedoch in der Vergangenheit nicht immer golden war, sondern mal grau, dann gelb, dann gold, wieder grau usw.

Das State House ist auch der Punkt auf den sich alle Entfernungsangaben nach Boston beziehen. Dies ist besonders, da sonst eigentlich immer die Stadtgrenze der Referenzpunkt ist.

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Vor dem State House steht das Shaw-Denkmal, als Gedenken an das erste schwarze Regiment im amerikanischen Bürgerkrieg unter Führung von Colonel Shaw.

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An einer Ecke des Boston Common steht dann noch die Park Street Church, die durch ihren weissen Turm gut erkennbar ist.

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Weiter ging es dann zum Granary Burying Ground, einem Friedhof unweit des Boston Common. Unter anderem finden sich hier die Gräber von John Hancock, Robert Treat Paine und Samuel Adams, die alle drei die Unabhängigkeitserklärung der USA mit unterzeichnet haben.

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Weiterhin ist hier Paul Revere begraben, ein wichtiger Kämpfer der Unabhängigkeitsbewegung.

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Der nächste Halt ist die Kings Chapel, die erste anglikanische Kirche der Stadt.

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Vorbei geht es dann an der Old City Hall und dem Old South Meeting House bis zum Old State House.

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Das Old State House - einst höchstes Gebäude der Stadt - ist das älteste öffentliche Gebäude Bostons. 1713 erbaut, beherbergte es zunächst Handelsräume im Erdgeschoss und oberhalb die Räume des königlichen Gouverneurs. 1776 wurde vom Balkon dieses Gebäudes die amerikanische Unabhänigkeitserklärung verlesen. Danach war es Regierungssitz von Massachusetts bis die Geschäfte 1798 in das neue State House am Boston Common verlagert wurden.

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Vor dem Gebäude ist der Platz, an dem 1770 das Boston Massaker stattfand. Hierbei wurden fünf amerikanische Demonstranten von englischen Soldaten erschossen, nachdem es zuvor zu einem Wortgefecht um einer Barbier-Rechnung kam. Dieses Ereignis war ein wichtiger Punkt im Unabhängigkeitskrieg.

Letzte Station des gestrigen Tages waren Faneuil Hall und Quincy Market. Faneuil Hall ist eine ehemalige Markthalle, die heute Souveniergeschäfte und eine Post beheimatet. Quincy Hall ist heute eine tolle Halle mit vielen kleinen Imbiss-Läden. Auf jeden Fall zu empfehlen!

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Nach der Führung sind wir diesen Teil des Freedom Trails nochmal separat abgelaufen und wollten dann einen kurzen Stadtspaziergang zum Hafen machen. Aus dem kurz wurden dann gute zwei Stunden, da wir einmal falsch abgebogen sind und bereits im Büroviertel von Süd-Boston waren. Meine Füsse haben es mir gedankt (wenn ich nach Deutschland komme, habe ich wahrscheinlich komplette Plattfüsse).

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Zum Schluss sind wir dann in ein Restaurant nahe der Faneuil Hall eingefallen. Dort gab es dann Fried Shrimps mit Pommes und diversen Dips für mich und ein Gläschen Weisswein. Damit war dann auch ein langer Tag vorbei, aber immerhin bei tollem Wetter.

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