USA 2007 / 2009 Blog
Eine USA-Reise von April bis Juni 2007 und Juni 2009

Geschichtlicher Einschub: Die Schlacht von Gettysburg

Posted by Jens Koopmann
On Mai 19th, 2007 at 04:05

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Posted in Ostroute, Reisetagebuch

Die Schlacht von Gettysburg war in den Augen vieler die bedeutendste Schlacht des Amerikanischen Bürgerkrieges (Sezessionskrieg) und gleichzeitig Wendepunkt des Kriegs.

Die Schlacht fand an den 3 Tagen vom 01. Juli 1863 bis zum 03. Juli 1863 statt. Dabei trafen die Potomac-Armee (Union) und die Nord-Virginia-Armee (Konförderation) aufeinander. Die beiden Kommandeure der Schlacht waren George G. Meade für die Union und Robert E. Lee für die Konförderation.

Zuvor gelang es den Konförderierten im Verlauf des Krieges trotz personeller, wirtschaftlicher und materieller Unterlegenheit den Unionstruppen immer wieder Paroli zu bieten. Dies war auch am ersten Tag der Schlacht der Fall, als die Konförderation Vorteile hatte und aus dem Norden von Gettysburg bis zum Cemetery Hill im Süden vordringen konnten. Am zweiten Tag der Schlacht kamen die Konförderierten zum Stehen - es gab quasi ein unentschieden. Die wichtigste Schlacht an dem Tag fand am Little Round Top statt, wo insbesondere Colonel Chamberlain mit dem 20. Main-Regiment eine wichtige Leistung vollbrachte. Er markierte die Flanke der Unionsstellungen und musste mehreren Angriffen der Konförderierten standhalten. Als die Munition auszugehen drohte, ging Chamberlain in den Angriff über und jagte den Konförderierten entgegen bis sie schließlich flohen.

Der dritte Tag der Schlacht brachte dann die Entscheidung. Nach einem fehlgeschlagenen Angriff von Lee war die Konförderation am Ende. Dennoch erreichte die Konförderation an diesem Tag für einen kurzen Moment den nördlichsten Punkt während des gesamten Bürgerkriegs. Die Union gewann diese Schlacht und legte damit den Grundstein für den Sieg der Union im Bürgerkrieg.

Erst zwei Jahre später, 1865, war der Bürgerkrieg dann entgültig vorbei.

Die Schlacht forderte mehr als 5.000 Tote. Dennoch war General Lee für die Südstaaten ein Held. Diese Heroisierung war Teil des “Lost Cause” einer Bewegung nach dem Bürgerkrieg, um das Selbstwertgefühl des Südens zu stärken.

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Geschichtlicher Einschub: Der Amerikanische Bügerkrieg

Posted by Jens Koopmann
On Mai 19th, 2007 at 04:05

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Posted in Ostroute, Reisetagebuch

Der Amerikanische Bürgerkrieg - auch Sezessionskrieg genannt - führte zu den größten Schlachten, die jemals auf amerikanischem Boden geführt wurden. Aus der Bezeichnung Bürgerkrieg ergibt sich schon, dass es hier um einen Konflikt innerhalb der USA ging.

Wer kämpfte gegen wen?

Hier kämpfte der Norden der Vereinigten Staaten (die “Union“) gegen den Süden (die “Konförderation“).

Die Südstaaten traten nach und nach aus der Union und gründeten die Konförderierten Staaten von Amerika. Folgende Staaten traten der Konförderation bei (in Klammern das Jahr des Beitritts):

  • South Carolina (1860)
  • Mississippi (1860)
  • Florida (1860)
  • Alabama (1860)
  • Georgia (1860)
  • Louisiana (1860)
  • Texas (1861)
  • Virginia (1861)
  • Arkansas (1861)
  • Tennessee (1861)
  • North Carolina (1861)

Die Staaten nördlich von Virginia lagen, gehörten der Union an. 1863 spaltete sich zusätzlich ein Teil Virginias ab und gründete West Virginia, der als 35. Staat der Union beitrat.

Wann wurde gekämpft?

Der Krieg begann 1861 und endete mit dem Sieg der Union 1865. Anschließend traten die Staaten der Konförderation nach und nach der Union wieder bei (Reconstruction). Erst 1877 waren die Vereinigten Staaten wiederhergestellt, wie vor dem Bürgerkrieg.

Warum kam es zum Krieg?

Vor dem Bürgerkrieg konnte man die Staaten der USA unterteilen in jene, die Sklaverei zuließen und jene, in denen die Sklaverei verboten war. Prinzipiell war die Sklaverei in den USA nicht erlaubt, jedoch gab es einen Bestandsschutz für alle Staaten, in denen zum Zeitpunkt des Beitritts zur Union die Sklaverei erlaubt war. Dies allein wäre kein Problem, würde sich nicht die Anzahl der Sitze im Repräsentantenhaus nach der Bevölkerungszahl richten. Sklaven wurden der Bevölkerungszahl zu drei Fünfteln zugerechnet. Durch diese Regelung überwog der Einfluss des ländlichen, aber mit Sklaven durchsetzten Südens gegenüber den Nordstaaten. Dies änderte sich erst, als zum einen im Norden neue Staaten beitraten und ein Gesetz erlassen wurde, dass die Sklaverei im Norden prinzipiell verbot. Im Gegenzug konnten im Süden nicht mehr viele Staaten beitreten. Die einzelnen Bundesstaaten waren zum Teil der Meinung, dass die Union den Staaten keine Gesetze aufzwingen könne, sondern jeder Staat das Recht habe, Gesetze der Union auf seinem Gebiet aufzuheben.

Zusätzlich taten sich wirtschaftliche Spannungen auf. Der Norden wurde nach und nach industrialisiert, während der Süden fast ausschließlich Landwirtschaft betrieb. Damit war aber auch der Norden Innovationsmotor, der durch neue Produkte und hohe Löhne eigene Absatzmärkte erzeugte. Ein sozialer Konflikt zwischen Norden und Süden war damit vorprogrammmiert.

1860 standen dann Präsidentschaftswahlen an. Die Republikaner (vorrangig aus dem Norden) stellten ihren Kandidaten Abraham Lincoln. Die Demokraten im Norden nominierten Stephen A. Douglas (Illinois), jene im Süden John Cabell Breckinridge. Als vierte Partei (neben Republikanern, Norddemokraten und Süddemokraten) trat die Constitutional Union an mit Ihrem Kandidat John Bell. Wärend die Süddemokraten sich für mehr Eigenstaatlichkeit der Bundesstaaten und für Sklaverei einsetzten, waren die Republikaner für das Verbot der Sklaverei. Die Constitutional Union wollte den Status Quo beibehalten.

Die Wahl gewann Lincoln mit einer komfortablen Mehrheit. Dies war der Auslöser für die ersten Südstaaten in die Szession zu gehen, d.h. aus der Union auszutreten. Der erste Kongress der Konförderation konstituierte sich in Montgomery, Alabama und wählte Jefferson Davis zum Präsidenten. Nach dem Beitritt Virginias zur Konförderation wechselte die Hauptstadt nach Richmond, Virginia. Die Konförderation strebte während des gesamten Bürgerkriegs nach einer Anerkennung und Unterstützung durch die internationale Staatengemeinschaft. Diese Bemühungen waren jedoch nicht von Erfolg gekrönt.

Im Norden blieb Lincoln Präsident und Washington die Hauptstadt.

Wichtige Schlachten, Armeen und Kriegsterritorien

Insgesamt wurde der Krieg an folgenden Schauplätzen ausgetragen:

  • Trans-Mississippi (alles westlich des Mississippi)
  • Westen (westlich der Appalachen und östlich vom Mississippi)
  • Osten
  • Seekrieg

Zunächst hatte es den Anschein, dass die Konförderation im Krieg erfolgreich sein könnte, durch zunehmende Materialengpässe setzten ihr zu. Die wohl bekannteste Schlacht und Wendepunkt des Krieges zu Gunsten der Union war Gettysburg. Die wohl bekanntesten Armeen waren die Nord Virginia Armee (Konförderation) und die Potomac-Armee (Union).

Hervorzuheben ist, dass in den ersten Jahren es nicht Ziel Lincolns war die Sklaverei abzuschaffen! Vielmehr wollte Lincoln die Einheit der Union wiederherstellen und auch den Südstaaten die Slaverei weiter gestatten. Erst nach Lincolns Wiederwahl 1864 brachte er den 13. Verfassungszusatz in den Kongress an, der die Sklaverei verbieten sollte. Trotz heftigen Widerstands wurde die Zusatz Anfang 1865 beschlossen. Damit war eine Rückkehr zum Status quo unmöglich geworden. Lincoln wurde weniger als 3 Monate später Opfer eines Attentats und Andrew Johnson wurde neuer Präsident der Union.

Nach dem Krieg

Als der Krieg beendet war, hatten ca. 650.000 Menschen ihr Leben gelassen und waren mehr als 8 Milliarden USD ausgegeben. Sieger des Bruderkampfes war die Union, die nun die Vorbereitungen für eine Wiederherstellung der Union begann.

Nach dem Krieg wurden die Südstaaten jedoch nicht einfach wieder in die Union aufgenommen. In der Union gab es zwei Voraussetzungen für den Wiedereintritt:

  1. Abschaffung der Sklaverei
  2. Abschaffung der Separationsbestebungen der Südstaaten

Unter anderem mussten die Südstaatler einen Schwur auf die Union ablegen. Neben der Abschaffung der Sklaverei wurden noch zwei weitere Verfassungszusätze beschlossen, die den Bürgerschutz auf alle Bürger ausweiteten und die Rassenbeschränkungen bei Wahlen aufhoben.

Die meisten Staaten traten 1868 und 1870 der Union wieder bei (Ausnahme: Tennessee trat bereit 1866 bei). Nach ihrer Wiedereingliederung wurden die Südstaaten jedoch vom Norden bis 1877 kontrolliert. Erst dann war die Reconstruction abgeschlossen.

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Donnerstag, 10.05.2007 - Schlachtfeldbesuch in Gettysburg

Posted by Jens Koopmann
On Mai 19th, 2007 at 04:05

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Posted in Ostroute, Reisetagebuch

Nach dem gestrigen Tag in Philadelphia ging es heute weiter nach Gettysburg, einem weiteren geschichtlichen Höhepunkt der Reise. Nach gut 2,5h Fahrt kamen wir am Besucherzentrum des National Park Service an. Nach einem kurzen Check der Öffnungszeiten kamen wir zu dem Schluss, dass man als erstes die Farm von Ex-Präsident Eisenhower besichtigen sollte, da sie nur bis 16 Uhr auf hat. Vorher hatten wir uns noch mit einer Karte vom Schlachtfeld und einem Audio-Guide für 20 USD eingedeckt.

Los ging es also mit einem Shuttle zur Farm, die einst Eisenhower gehörte. Eisenhower wurde in Texas geboren und wuchs in Kansas auf. Bekannt wurde er als General und Präsident, obwohl er anfangs für beide Karrieren keinerlei Interesse zeigte. Doch die Armee bot die Möglichkeit eines Collegestudiums und das wiederum war es, was Eisenhower wollte. Also tritt er der Armee bei. Sein Rang stieg kontinuierlich bis er 1943 Oberkommandeur der Streitkräfte im zweiten Weltkrieg wurde und maßgeblich die US-Invasion in der Normandie leitete. 1952 begann dann seine ursprünglich so ungeliebte Laufbahn als Präsident. Schon während dieser Zeit besaß er die Farm in Gettysburg und nutzte sie als Ort der Entspannung. Eisenhower war Kettenraucher was dazu führte, dass er während seiner Präsidentschaft mehrere Herzattacken hatte. Nach einer Attacke war daher auch die Gettysburg-Farm das provisorische Weiße Haus, solang sich der Präsident hier erholte.

Auf der heutigen Tour kann man sein Haus besichtigen und auch seine Farm.

Hier ein paar Bilder vom Haus:

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Danach ging es auf die Route rund um das Schlachtfeld. Die Route war auf 3h ausgelegt, aber da wir einige Male für Fotos ausgestiegen sind, dauerte es am Ende rund 4 Stunden.

Hier ein paar Bilder von wichtigen Stationen:

Eternal Piece Memorial:

Dieses Mahnmal zum Bürgerkrieg wurde vor mehr als 200.000 Menschen eingeweiht und soll der Gefallenen gedenken. Zur Einweihungsfeier waren auch alle Veteranen beider Seiten eingeladen und rund 1.800 kamen auch (Durchschnittsalter über 95 Jahre).

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Denkmäler der Bundesstaaten:

Virginia: PICT9347

Pennsilvania: PICT9408

Big Round Top und Little Round Top, wo eine der entscheidenden Schlachten des zweiten Kampftages stattfand:

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Und schließlich die High Water Mark - die Hochwassermarke der Konförderierten am dritten Tag.

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Zum Schluss ging es noch für ein paar Minuten auf den Militärfriedhof. Hier hielt unter anderen Lincoln seine Gettysburg Adress, in der er der Toten des Krieges gedachte.

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Dann zog sich der Himmel auch mehr und mehr zu und die Gewitter, die schon für den Nachmittag angekündigt waren, aber nicht eintrafen holten dies jetzt nach. Auf dem Rückweg hatten wir noch einen kleinen Stop beim Walmart eingelegt um einen kleinen Snack für den Abend zu bekommen und dann ging es auch schon zum Hotel in Chambersburg, wo ich jetzt mal wieder an diesem Bericht schreibe. Morgen geht es dann weiter bis zur letzten Station der Ostrundreise nach Washington.

Fazit:

  • Die gut 1,5h für die Eisenhower-Farm sollte man mitmachen, da es recht interessant gemacht ist
  • Für die Rundfahrt auf dem Schlachtfeld sollte man auf jedenfall einiges an Vorwissen mitbringen. Ansonsten ist es sicherlich toll, wenn hier im Sommer die Schlachten nachgespielt werden.
  • Der Friedhof ist eher ein Zwischenstop, als dass es sich lohnt, viel Zeit dort zu verbringen.
  • Für mich wieder ein toller Tag, vor allem, da auch das Wetter sich gut gehalten hat
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