USA 2007 / 2009 Blog
Eine USA-Reise von April bis Juni 2007 und Juni 2009

Donnerstag, 21.06.2007 - Das Leben genießen in Key West

Posted by Jens Koopmann
On Juli 14th, 2007 at 17:07

Permalink | Trackback | Links In |

No Comments |
Posted in Florida, Reisetagebuch

Heute war mal wieder einer der Tage, an denen ich das Auto (gottseidank) keinen Meter bewegen musste, denn ich bin einfach nur auf Key West gewesen.

Da also keine Fahrzeiten heute anstanden, habe ich erstmal gut ausgeschlafen. Als ich dann mal aufgewacht war, stand auch schon eine der Hauskatzen vor meiner Tür, insofern waren erstmal ein paar Schmuseminuten fällig ;-)

Dann ein kleines Frühstück gehabt (die Besitzerin des Angelinas hatte Zimtteilchen gemacht und dazu habe ich noch einen Bagel gemampft) und ab ging es nach draussen. Erstes Ziel war die sicherlich bekannteste Sehenswürdigkeit von Key West, das Hemmingway Haus.

PICT9010

Dieses Haus hatte Ernest Hemmingway 1931 gekauft, verbrachte aber nur wenige Jahre hier mit seiner zweiten Frau Pauline. Diese behielt auch das Haus, nachdem Hemmingway mit seiner dritten Frau nach Kuba gegangen ist. Als Pauline 1951 starb, fiel das Haus zurück an Hemmingway, den hier alle nur Papa nennen.

PICT8993

Das Haus wurde allerdings nicht von Hemmingway erbaut, sondern von Asa F. Tift, dem damals reichsten Mann in Key West und einem der reichsten der USA. Sein Geld machte er mit der Plünderung von Schiffswracks. Als Hemmingway das Haus bekam, lasteten auf ihm 8.000 USD Steuerschulden. Dies war dann auch genau der Kaufpreis.

Ich habe mich dann einer gut 20 minütigen, aber sehr gut erzählten Führung angeschlossen, die durch das Haus und das Anwesen führt. Die Möbel im Haus sind noch aus Hemmingways Zeit.

PICT8992PICT8996

Hemmingway verbrachte hier die wohl produktivste Zeit seines Lebens. Und so kann man noch heute hinter dem Haus sein Arbeitszimmer sehen.

PICT9006

Unten sieht man dann noch einen recht großen Pool. Und in der Tat, war es seinerzeit der größte auf Key West. Pauline hatte ihn als Überraschung gekauft. Die erste Frage, die Hemmingway (wie jeder Mann) gestellt hatte war die nach nach Preis. Und der betrug 20.000 USD, eine riesige Summe zu der Zeit. Zumal im Vergleich zum Haus, dass ja nur 8.000 USD kostete. Als Hemmingway dies hörte, schmiß er einen Penny auf den Boden und sagte, dass sei alles was er habe. Noch heute ist der Penny hier und nach der Scheidung von Hemmingway konnte Pauline so behaupten, sie habe Hemmingway um den letzten Penny gebracht.

Hemmingway auf Key West wird jedoch auch mit seinen Katzen in Verbindung gebracht und in der Tat tummeln sich fast 60 Katzen auf dem Anwesen, von denen viele eine Besonderheit haben: sie besitzen 6 Zehen. Jede von ihnen ist nach einer berühmten Persönlichkeit benannt, u.a. Edgar Ellen Poe, oder aber Charlie Chaplin (erstes Bild von den nun folgenden):

PICT8973PICT9004PICT9005PICT8978

Die älteste Katze mit gut 17 Jahren, lebt jedoch im Haus:

PICT8988

Ich fand es jedenfalls (nicht zuletzt wegen der Katzen) sehr schön hier! Weiter ging es dann die Strasse hinunter, vorbei an einigen schönen Häusern bis zum (vermeintlich) südlichsten Punkt der kontinentalen USA. Unterwegs ging es auch an einem Leuchtturm vorbei.

PICT9013PICT9023

Das vermeintlich deshalb, weil es nicht ganz stimmt. Es gibt auf Key West noch einen südlicheren Punkt, allerdings es das Militärgebiet und daher kann man es nicht so gut touristisch vermarkten ;-)

Rund um diesen Punkt war dann einfach alles nur “Southernmost”: das südlichste Haus, die südlichste Strasse, die südlichste Bar, das südlichste Restaurant, die südlichste Immobilienfirma (ja wirklich!), das südlichste Hotel, usw.

PICT9025

Für mich ging es aber erstmal nur ein kleines Stück weiter und zwar bis zur Schmetterlingsfarm. Von der hatten auch schon einige geschwärmt und so bin ich dann auch für 10 USD rein.

PICT9026

Und es waren wirklich viele Schmetterlinge. Hier musste dann mal wieder das maximale Tele meine Reiseobjektives gute Dienste leisten.

PICT9038PICT9039PICT9050PICT9058PICT9064

Im Geschenkshop am Ausgang kann man wirklich toll präparierte Schmetterlinge kaufen. Einige waren wie Kunstwerke arrangiert, kosteten dann aber auch einige hundert Dollar. Einen kleinen Einzelnen hätte ich mir ja als Souvenir geholt, nur leider hatten sie keinen Schmetterling aus der Region da und einen aus Asien oder Afrika mochte ich nicht haben.

Danach habe ich erstmal was zu trinken gebraucht, denn das Wetter war mal wieder mehr als Schweißtreibend.

PICT9069

Dann ging es die Duval Street von Süden nach Norden weiter. Und wie schon beim letzten Besuch im April, gab es auch diesmal wieder viele kleine Details zu entdecken und eine Vielzahl von Gallerien, die zum Schlendern einladen.

PICT9071PICT9070PICT9073

Hier das älteste Haus auf Key West:

PICT9077

Und dann bin ich noch ins Sloppy Joe’s gegangen, einer der bekanntesten Kneipen der Insel, da sie das Stammhaus von Hemmingway war. Zu jener Zeit war das Sloppy Joes noch eine Strasse weiter, wo heute das Capt. Tony’s ist. Dort gab es dann einen Hurricane (gefrorener Fruchtpunsch mit Rum) - und das am frühen Nachmittag - aber auf Key West passt das schon.

PICT9080PICT9082

Danach bin ich dann weitergezogen und kam an diesem Laden (”Last Flight Out”) vorbei, der auch eine nette Geschichte hat:

PICT9083

In den 70er Jahren kam man zwar schon über den Highway US 1 nach Key West, aber die Brücken waren teilweise sehr eng. Die Alternative war damals nur das Flugzeug und auch da gab es nur eine Fluglinie, die nach Key West flog: Air Sunshine, vielfach Air Sometimes genannt. Der letzte Flug von der Insel weg (Last flight out) war normalerweise um 23 Uhr, spät genug, damit die (damals noch wenigen) Touristen bis zur Schließung der Bars um 22 Uhr bleiben konnten. Vielfach war dann jedoch der letzte Flug bereits ausgebucht, oder gestrichen. In diesem Fall blieb für die gestrandeten nur die Flughafenbar, die 24 Stunden offen war. Und da war dann ordentlich Party angesagt und teilweise war auch die Flugcrew dabei (der Grund für einen Teil der gestrichenen Flüge). Insofern blieben viele einfach noch eine Nacht länger. Und wenn man genau hinschaut kann man einen Teil dieser Gelassenheit noch heute auf Key West finden. Für mich ein Grund, warum dieser Ort (trotz der menschenfeindlichen Temperaturen) mir so gefällt.

Weiter ging es dann mit meinem Rundgang vorbei am Capt. Tony’s Saloon (wo ich am Abend noch hin wollte) und am ersten Bürogebäude von Pan American Airways (PanAm; auch hier sollte es mich am Abend nochmal hinverschlagen).

PICT9090

Dann kam der Mile Marker Zero - der Beginn und das Ende des Highway 1 (US 1). Dieser Highway hatte mich ja schon auf der Ostroute in Rhode Island und Connecticut begleitet und jetzt war ich am Ende hier angekommen.

PICT8952PICT8950PICT9096

Vorbei am Gericht ging es dann wieder zu meiner Unterkunft, denn in der Mittagssonne wollte ich mir eine Pause geben und etwas für das Blog schreiben.

PICT9095

Erholt ging es dann etwas später wieder weiter und zwar entlang der US 1 bis zu einem recht entlegenen kubanischen Restaurant “El Siboney”. Sehr einfach, aber gut und günstig - auch eine Empfehlung meiner Gastgeberin. Auf dem (schweißtreibenden) Weg dorthin habe ich auch noch ein paar Bilder geknipst ;-)

PICT9114PICT9121

Nach dem Essen ging es dann langsam zurück in Richtung Mallory Square, da ich heute den Sonnenuntergang nicht verpassen wollte. Und die Show von gestern mit dem “Stickman” Timothy Terror gab es auch heute, daher hier die Bilder:

PICT9136PICT9144PICT9147

(Auf dem ersten Bild wird ein Sonnenshirm jongliert, auf dem zweiten eine Heugabel und auf dem dritten eine Kettensäge und ein Messer)

Und hier das Finale:

PICT9158

Die Nägel waren auch wirklich echt und scharf, wovon wir und überzeugen konnten und was auch sehr überzeugend auf dem Rücken des Stickmans danach zu sehen war.

Dann habe ich mir noch eine weitere Jongliershow angesehen. Da alles im Gegenlicht war, beschränke ich mich auf Bilder vom Finale:

PICT9161PICT9168PICT9171

Und dann war es soweit: Zeit für den Sonnenuntergang. Die Zeit vor dem eigentlichen Untergang sah es auch wirklich schön aus, nur der Untergang selbst war eher unspektakulär, zumal die Sonne hinter der kleinen vorgelagerten Insel verschwindet.

PICT9174PICT9186PICT9198

Und damit war es das dann auch schon wieder. Zeit, um eine Bar aufzusuchen. Und wie schon angekündigt, bin ich erstmal ins Capt. Tony’s. Eine absolut rustikale Kneipe, in der heute Gary Hempsey, ein Gitarrist aus Key West auftrat. Als Andenken habe ich mir auch eine seiner CD’s mitgenommen.

PICT9088PICT9203PICT9208

Nach zwei Bierchen (die erstaunlicherweise für ein amerikanisches Bier recht gut waren), ging es dann weiter zu einer weiteren Empfehlung meiner Gastgeberin, dem Kellys. Hier war ich heute Nachmittag schon einmal, denn die Bar (und das Restaurant) sind im ersten Gebäude von PanAm. Hier habe ich mir dann eine Margarita bestellt und später noch ein paar leckere Muscheln als Gute Nacht-Snack verdrückt.

PICT9211

So ging dann auch dieser Tag auf Key West zu Ende. Und es war ein toller Tag gewesen.

Fazit:

  • ich muss nochmal für ein paar Tage länger nach Key West
Tags:, , , , , , , , , , , , , , ,

Mittwoch, 20.06.2007 - Korallenschlösser und Key West die Zweite

Posted by Jens Koopmann
On Juli 13th, 2007 at 23:07

Permalink | Trackback | Links In |

No Comments |
Posted in Florida, Reisetagebuch

Nach dem kurzen Stop für eine Nacht in Miami galt es heute gut 160 Meilen zu fahren zum letzten großen Highlight der Reise - nach Key West. Auch für heute habe ich das Programm wieder leicht abgeändert, dazu aber später mehr. Erstmal kam ich wieder pünktlich um 8 Uhr aus Miami weg und bin auch gut aus der Stadt gekommen. Ziel war es, gegen 9 Uhr am Coral Castle, dem ersten Tagespunkt zu sein, was am Ende auch fast eine Punktlandung war.

Das Coral Castle (Korallenschloss) ist eine echte Kuriosität und einmalig auf der Welt. Es ist aber nicht nur eine einfache Sehenswürdigkeit, sondern auch die Lebensgeschichte von Ed Leedskalnin. Dieser ist der Erbauer des Schlosses und gebaut hatte er es für sich und seine große Liebe (er nannte sie “Sweet Sixteen”). Leider wurde diese Liebe nie erwidert.

PICT8760

Nachdem ich meinen Eintritt bezahlt hatte, ging es zunächst zu einer Audiostation. Derer gibt es insgesamt 4 auf dem Gelände und sie geben jeweils interessante Infos, so dass man sonst keine weitere Führung braucht. Vorteil ist zudem, dass man als Sprache auch Deutsch wählen kann.

Danach ging es dann ins “Schloss”.

PICT8762PICT8766

In dem Turm hatte Ed seinerzeit gelebt. Heute kann man seinen Wohnraum im ersten Stock besichtigen und einige der Werkzeuge, die er für den Bau des Schlosses verwendet hatte sind im Erdgeschoss ausgestellt.

PICT8820

Alles, was hier wie Stein aussieht, ist Korallenfels und einzelne Teile wiegen bis zu 28 Tonnen. Das rätselhafte ist, dass niemand jemals einen Kran oder ähnliches hier gesehen hat und so ist es bis heute ein Rätsel, wie Ed die Steine aufrichten bzw. aufeinanderstapeln konnte. Man muss dazu sagen, dass Ed nichtmal 1,50m groß war und knappe 50kg wog!

Erstes sehenswertes Stück im Schloss sind seine Lesestühle. Insgesamt 3 Stühle, für jede Tageszeit entsprechend dem Sonnenstand.

PICT8768

Direkt dahinter steht der Florida-Tisch. Dieser Tisch hat die gleiche Form wie der Bundesstaat und die Stühle waren gedacht für die Senatoren und den Gouverneur des Staates.

PICT8774

Noch weiter dahinter steht das Polaris Teleskop, welches exakt auf den Polarstern fixiert ist.

PICT8776

Im inneren des Gartens finden sich dann noch weitere astronomische Werke, wie die Moon Fountain und Abbildungen von Mars und Saturn.

PICT8784PICT8794

Schließlich gab es auch einen Schlafbereich im Schloss. Hier fanden sich Betten für Ed und seine Liebste, sowie für geplante Kinder (natürlich nur von Ed geplant).

PICT8791

Ein technisches Wunderwerk ist die Drehtür. Sie wiegt 9 Tonnen und bis vor ein paar Jahren konnte man sie noch mit einem Finger bewegen! Ingenieure haben gesagt, dass man ohne einen Laser eine solche Tür heute nicht herstellen könnte. Ed hatte aber keinen Laser! Zudem schließt die Tür perfekt mit den Außenwänden (bis auf 6mm genau).

PICT8807

Als größtes (oder schwerstes?) Valentinsherz gilt dieser Tisch:

PICT8800

Das war es dann auch schon und nach gut 40 Minuten war ich einmal alles durchgegangen. Ein wirklich origineller Platz und eine gelungene Sehenswürdigkeit.

Danach standen eigentlich als nächste Stops die Seven Mile Bridge und der Bahia Honda State Park auf dem Programm. Letzterer soll jedoch im Sommer recht viele Sandfliegen am Strand haben. Daher habe ich ihn gestrichen. Statt dessen bin ich auf Key Largo in den Pennekamp State Park. Dieser Park ist ein Unterwasserpark, da seine Sehenswürdigkeit ein Korallenriff ist. Um dort hinzukommen, kann man entweder einen Schnorcheltrip buchen, oder mit einem Glasbodenboot fahren. Ich habe mich für letzteres entschieden und im Nu war ich knapp 23 USD los. Nun musste ich noch eine knappe Stunde Wartezeit überbrücken, in der ich im Visitor Center einen kleinen Film über Korallenriffe gesehen habe.

Dann ging es aber los. Da das Riff etwas weiter draußen ist, dauerte die Fahrt dorthin knapp 45 Minuten. Das Korallenriff selbst war dann wirklich schön und auf jeden Fall besser als auf Aruba. Leider ist das mit dem Fotografieren eher unpraktisch, weswegen es auf den Bildern eher unspektakulär aussieht. Aber glaubt mir - es war wirklich schön!

PICT8857PICT8861PICT8881PICT8899

Die Zeit am Riff war auch eine gute Stunde, so dass wir nach 2,5 Stunden wieder zurück waren. Damit war es dann auch kurz vor 15 Uhr und höchste Zeit weiter zu fahren, denn es waren ja noch fast 100 Meilen bis Key West.

Nach etwas über der Hälfte der Strecke war dann noch ein Stop: die Seven Mile Bridge. Diese über 11 Kilometer lange Brücke wurde mit der ersten Eisenbahnverbindung nach Key West gebaut. Erbauer war Henry Flagler. Und falls sich einige erinnern, ja genau es ist der Flagler, nachdem das Flagler Kollege in St. Augustine benannt ist (siehe meinen Bericht zu St. Augustine). Nach einem Sturm war die Bahnlinie dann irgendwann außer Betrieb genommen, man nutzte die Brückenpfeiler aber für die erste Autoverbindung. Bis in die 80er Jahre wurde die Brücke so noch weiter genutzt. Heute fährt man jedoch über die neuere Parallelbrücke.

PICT8909PICT8911PICT8918PICT8928

Danach habe ich mal schnell noch meine Reservierung für heute geprüft und mit Erschrecken festgestellt, dass die Rezeption nur bis 6 Uhr offen ist. Aber gut, ich lag ja noch halbwegs gut in der Zeit. Es war auch nur noch ein kurzer Stop bei Perky’s Bat Tower auf dem Sugarloaf Key geplant. Also auf ging es. Und der Sugarloaf Key kam, und ich bin drübergefahren, und er war zu Ende. Nur die Bat Tower Rd. habe ich nicht gesehen. Damit hatte sich dieser Stop für heute auch erledigt, schließlich habe ich ja bei der Rückfahrt noch eine Chance.

Kurz vor halb sechs kam ich dann auch in Key West an. Der Anfang der Insel ist nicht sonderlich berauschend, da sich hier Motels und nicht sonderlich schicke Häuser tummeln. Sobald man aber in den historischen Teil kommt, ist Key West einfach zauberhaft, so wie es halt schon im April war, als ich mit dem Schiff das erste Mal hier war. Meine Unterkunft habe ich dann auch gleich gefunden. Diesmal war es keine Hotel/Motel, sondern ein traditionelles Gästehaus “The Angelina Guesthouse”. Mit knapp 80 USD pro Nacht nicht teurer als ein Hotel aber mit viel mehr Charme. Die Besitzerin Janet hat mich gleich begrüßt und ihr Mann hat meinem Auto dann einen Parkplatz gesucht. Das Haus war früher mal ein Bordell und deswegen haben die Zimmer noch heute Frauennamen. Mein Zimmer war das “Rosi”-Zimmer. Alles recht einfach, aber absolut ausreichend.

PICT9110

Dann habe ich mir von Janet noch ein paar Tips für Bars und Restaurants geben lassen, die ich in den nächsten beiden Tagen nicht missen sollte. Ein Restaurant habe ich dann auch später direkt probiert: das Blue Heaven.

PICT9105

Dort sitzt man im Garten, während die Hühner einem zwischen den Beinen rumlaufen. Ich habe mir heute Barbeque-Shrimps für gut 25 USD bestellt. Und was soll ich sagen: diese Shrimps waren ein Gedicht. Ich war einfach hin und weg, so lecker waren die! Zum Nachtisch hab es dann noch den obligatorischen Key Lime Pie. Hier hatte einfach alles gepasst. Wer gut auf Key West essen will (zu moderaten Preisen für die Insel), sollte definitiv hier vorbeischauen.

Danach wollte ich mir eigentlich den Sonnenuntergang am Mallory Square anschauen, nur leider war ich gut 10 Minuten zu spät. Gut dachte ich mir, schaust du die stattdessen etwas den Trouble an. Am Mallory Square wird jeden Tag der Sonnenuntergang zelebriert. Dabei treten immer einige Künstler auf. Ich war bei Tim Terror, dem Stickman. Doch bevor ich ein Foto machen konnte, musste ich als “Freiwilliger” Helfer nach vorne. Die Kamera wurde für den Rest der Show dann verwahrt. Trotzdem eine tolle Show, in der u.a. mit Kettensägen jongliert wird.

Schließlich ging es auf einen Absacker noch in eine der traditionsreichsten Kneipen von Key West, den Green Parrot (Grüner Papagei). Dies ist die erste und gleichzeitig letzte Kneipe an der US 1 (die Bilder sind vom Folgetag, deswegen ist es dort so hell!).

PICT9099PICT9100PICT9101

Aus dem kleinen Absacker wurden 3 Bier und knapp 3 Stunden. Hatte mich dort mit ein paar Einheimischen noch festgequatscht. War aber wirklich nett gewesen. Schließlich bin ich dann aber gegen Mitternacht im Bett angekommen. Müde, geschafft, aber glücklich.

Fazit:

  • Das Coral Castle ist sicherlich einer der skurrilsten Orte der ganzen Reise
  • Der Stop im Pennekamp SP hatte gut gepasst und war sehr interessant
  • Die Seven Mile Bridge ist ein netter kleiner Stop gewesen
  • Key West ist einfach klasse! Heute habe ich sicher eines der besten Essen auf der ganzen Reise gehabt!
Tags:, , , , , , , , , , , , , , ,

Samstag, 14.04.2007 - am Ende der USA in Key West

Posted by Jens Koopmann
On April 19th, 2007 at 20:04

Permalink | Trackback | Links In |

Comments (1) |
Posted in Kreuzfahrt, Reisetagebuch

Nach einer ruhigen ersten Nacht an Board bin ich am frühen Morgen gut ausgeruht aufgewacht. Ein leckeres Frühstück, ein paar Seiten gelesen und dann kam eine Durchsage des Kapitäns, dass wir aufgrund der 2,5h Verspätung in Tampa, ca. 1h später in Key West ankommen werden als geplant. Das Motto “Verspätung” bleibt mir also treu. Da wir aber trotzdem 7h Aufenthalt für Key West verbleiben war das kein Problem, zumal mich mein Weg im Juni ja nochmal für 2 Nächte hierher führt.

Ein paar Bilder vom Einlaufen in Key West:

PICT5559PICT5565PICT5577PICT5576

Key West ist der südlichste Punkt in Kontinental-USA und liegt näher an Kuba (90 Meilen entfernt) als am amerikanischen Festland. Dabei hat das “Key” in Key West nichts mit einem Schlüssel (Key) zu tun. Vielmehr kommt Key vom spanischen “Cayo”, was “kleine Insel” bedeutet. Einzige Verbindung von Key West zum Festland ist neben dem Flugzeug und der Fähre der Highway No. 1, der hier seinen Ursprung hat.

Im Hafen angekommen, hatte ich zunächst eine Tour gebucht, die mich durch 5 kulinarische Spezialitäten der Insel führen sollte. So gab es zunächst Conch-Fritters - eine Art frittierte Bällchen mit Muschelfleisch. Auf jedenfall lecker. Danach gab es “Dolphin Fingers” - kleine, frittierte (wie auch sonst - ich bin in Amerika ;-) ) Fishhappen. Auch sehr zu empfehlen. Dann ging es weiter zum Peppers, einem Laden, der allerlei würzige Sossen verkauft mit so blumigen Namen wie “Sudden Death”. Nachdem ca. 50% meiner Geschmacksnerven abgetötet waren, ging es dann zur letzten Station, wo es frische Shrimps gab.

Nach diesen 2 Stunden ging es dann auf eigene Faust weiter. Hauptstrasse und Lebensader des alten Key West ist die Duval Street. Hier tummeln sich Kneipen, Lokale und viele kleine hübsche Läden. Die sicherlich bekannteste Kneipe ist die “Sloppy Joe’s Bar”. Diese Bar das Stammlokal von Ernest Hemmingway, während er in Key West war.

PICT5622

Allerdings handelte es sich damals nicht um das Gebäude an der Duval Street, sondern um eine kleine Kneipe in der Seitenstrasse, deren Innenleben mit 1 Dollarnoten und Unterwäsche witzig dekoriert ist.

PICT5630PICT5624PICT5628

Weiter ging es dann zur “Curry Mansion”. Dieses Haus, was heute eine Pension ist, ist eines der schönsten auf Key West und gehörte dem einst reichsten Mann der Insel. Der Reichtum kam dabei aus dem Geschäft was Key West einst das höchste Pro-Kopf-Einkommen der USA bescherte - Schiffsplünderung. Ein wichtiges Detail des Hauses ist dabei der Turm oben, von dem man auf das Meer blicken konnte. Auf diesem Turm wurde Wache gehalten und wenn wiedermal ein Schiff im Riff von Key West gestrandet war, hieß es “Wreck ashore” und alles schwärmte aus, um die verwertbaren Sachen zu bergen.

PICT5599PICT5600PICT5663

Der Reichtum verschwand wieder, als irgendwann zum Bedauern der Bevölkerung ein Leuchtturm errichtet wurde.

Der Weg führte mich dann weiter zum Mallory Square. Hier herrscht ein recht buntes Treiben. Neben dem Aquarium von Key West ist hier auch das Schiffswrack-Museum beheimatet. Ich hatte mittlerweile genug Sonne abbekommen und musste mal dringend in den Schatten. Insofern entschied ich mich für das Wrack-Museum. Für 10 USD war es recht interessant, da es viele geborgene Stücke und Informationen über das Leben der Schiffsplünderer zeigte. Unter anderem gab es “Dating Candles”. Diese wurden von den Eltern immer aufgestellt, wenn das Kind ein Date hatte. Das Date war dann zu Ende, wenn die Kerze abgebrannt ist. Die Länge der Kerze richtete sich dabei nach der Sympathie der Eltern für den Besuch ;-) .

PICT5643

Hier noch ein paar Bilder vom Museum:

PICT5639PICT5642

Danach ging dann auch bei mir fast nichts mehr aus einem kleinen Besuch beim “Little White House”, dem Sitz von US-Präsident Harry Truman während dieser auf Key West war.

PICT5676

Ansonsten hier noch ein paar weitere Eindrücke von den zahlreichen kleinen Details auf Key West:

PICT5609PICT5585PICT5595PICT5616PICT5610PICT5611

(Die Bilder von rechts nach Links und von oben nach unten: Briefkasten nach dem Yachthafen, Flagge der Conch-Republic, Kneipe auf der Duval Street, Zigarren-Laden, Wegweise ;-) , Südlichste Wedding-Chapel der USA)

Insgesamt ein toller Tag. Key West ist ein superschöner Ort, der weniger durch großartige Sehenswürdigkeiten als viel mehr durch viele kleine Details glänzt. Die Stimmung ist einfach gut, und überall hört man Musik. Einiges habe ich nicht mehr geschafft zu sehen, da die Sonne mich einfach “verbrannt” hatte, aber den Rest mache ich dann im Juni. Ich freu mich schon drauf.

Fazit:

  • der Urlaub hat begonnen
  • 136 Bilder gemacht
  • Key West ist absolut sehenswert
  • Ich habe den ersten Sonnenbrand der Saison

Tech Tags: , , , , , , , , , , , , , ,

Tags:, , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Tag Cloud