USA 2007 / 2009 Blog
Eine USA-Reise von April bis Juni 2007 und Juni 2009

10.06.2009 - Ich mag Wolken….

Posted by Jens Koopmann
On Juni 14th, 2009 at 01:06

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Posted in Reisebericht 2009, Reisetagebuch

…nicht wirklich. Aber heute gab es nochmal mehr als genug davon. Nur am späten Nachmittag gab es ein paar Sonnenstrahlen, ansonsten durchweg stark bewölkt und unterwegs sogar mal Regen. Aber ich denke ich habe das beste draus gemacht. Jedenfalls war es ein sehr langer Tag.

Aus L.A. bin ich recht pünktlich gegen 7:30 Uhr abgefahren. Statt der geplanten Interstate bin ich jedoch eine weiter östlich gefahren, um noch eine kleine Sehenswürdigkeit in Santa Ana mitzunehmen - die Crystal Cathedral. Dabei handelt es sich um eine monumentale Kirche aus Glas, die man ggf. aus dem Fernsehen kennt, wenn dort ein Gottesdienst aus den USA übertragen wird - nämlich die “Hour of Power”, der meistgesehene Gottesdienst der Welt. Dieser wird direkt von hier übertragen. In der Tat ist die Kirche ziemlich monumental und hat mit unserem Kirchenbild nichts mehr gemeinsam. Die Kirche selbst fasst knapp 3000 Besucher. Zu dem gesamten Ensemble gehören aber noch weitere Gebäude u.a. der Tower of Hope. Hier ein paar Außenbilder:

Crystal CathedralCrystal CathedralCrystal CathedralCrystal Cathedral

Ein Arbeiter muss mich wohl gesehen haben als ich so um die Kirche mit meiner Kamera bewaffnet schlich und so hat er extra für mich die Kirche kurz geöffnet, so dass ich auch noch mal rein durfte für ein Foto. Und von innen ist es dann wirklich gigantisch.

Crystal Cathedral

Man kann übrigens von drinnen jederzeit nach draussen schauen, dadurch wirkt der Raum noch viel größer. Auf dem Weg nach San Diego ist dies auf jedenfall ein sehenswerter Zwischenstop.

Nach einer halben Stunde saß ich dann wieder im Auto auf dem Weg nach San Juan Capistrano, zur gleichnamigen Mission dort. Das ging auch gut bis kurz vor dem Ziel, wo dann dank einem Autounfall Stau war. Der war natürlich im Zeitplan nicht einkalkuliert ;-) Hat mich am Ende aber nur knapp 20min gekostet. Die Mission hat den Spitznamen “Jewel of Missions”. Etwas zerknirscht war ich dann aber schon, als man mir für den Eintritt 10 Dollar abgenommen hat. Das find ich schon etwas überzogen im Vergleich zu den 4-5 Dollar die die meisten anderen Missionen nehmen Dafür bekommt man dann aber auch noch einen Audioguide an die Hand. San Juan Capistrano ist die 7. Mission am Camino Real und wurde 1776 gegründet. Insgesamt ist der Rundgang ganz schön und die Mission ist an sich interessant, aber auch nichts übermäßig Besonderes im Vergleich zu den anderen. Eine kleine Kapelle “Father Serras Church” ist seit Beginn der Mission aktiv und gilt als die älteste Kirche Kaliforniens. Eine große Steinkirche hat dagegen ein Erdbeben nicht überlebt.

Mission San Juan CapistranoMission San Juan CapistranoMission San Juan CapistranoMission San Juan Capistrano

Interessant ist, dass man früher am Läuten der Glocken erkennen konnte, ob ein Mann, eine Frau oder ein Kind gestorben ist und wie alt er oder sie war. Bei Männer und Frauen wurden die großen Glocken geläutet aber mit unterschiedlichem Ton und bei Kindern die kleinen. Das Alter wusste man, wenn man die Glockenschläge mitgezählt hat.

Mision San Juan Capistrano

Nach diesem Stop und einem kleinen Snack bei Starbucks ging es dann weiter Richtung Süden zur nächsten Mission: San Luis Rey de Francia.

Diese Mission wurde 1798 als 18. der 21 Missionen gegründet. Gewidmet ist die dem König Ludwig IX von Frankreich. Die Mission gilt als “King of Missions”, da sie die größte aller Missionen war. Gebaut wurde sie, um die Lücke zwischen den Missionen in San Diego und San Juan Capistrano zu schließen.

Mission San Luis Rey de FranciaMission San Luis Rey de Francia

Die Kirche hier erinnert schon mehr an unsere Kirchen, da sie über eine Kuppel und ein Querschiff verfügt. Ansonsten gibt es nicht viel neues im Vergleich zu den anderen Missionen zu entdecken und so belasse ich es dabei. Ein netter kleiner Zwischenstop auf dem Weg nach Süden ;-)

Ganz war es das dann aber noch nicht mit den Missionen für den heutigen Tag. Frei nach Otto: Ein’ hab ich noch…. ging es zur Mission San Diego de Alcala, der ältesten aller Missionen. Auch hier habe ich mich jedoch auf einen sehr kurzen Halt und einen Blick von außen und innen beschränkt.

Mission San Diego de AlcalaMission San Diego de Alcala

Damit war es das dann aber auch erstmal für die nächsten Tage mit den Missionen. Erst am Ende der Reise gibt es nochmal Nachschlag ;-)

Nach einem flinken kurzen Mittagessen ging es dann auch ab in die Innenstadt von San Diego, wo ich sehr pünktlich gegen halb 2 angekommen bin. Ich habe dann auf Anhieb mir auch den wahrscheinlich teuersten Parkplatz ausgesucht und so haben mich 4 Stunden Parken ganze 28 Dollar gekostet. Warum ich später beim Rundgang so viele andere Parkplätze gesehen habe (die allesamt günstiger waren) und beim Reinfahren in die Stadt keinen einzigen, ist mir allerdings schleierhaft. Das erste Ziel in San Diego war jedoch nicht die Innenstadt, sondern lag an der Bucht: die USS Midway - ein ausrangierter Flugzeugträger der USA, der heute ein Museum ist. Schnell den Eintritt von 17 Dollar bezahlt und schon war ich auf dem Schiff.

USS MidwayUSS Midway

Beim dem Schiff selbst handelt es sich um einen Flugzeugträger der Midway-Klasse, der 1945 bis 1992 im Dienst war. Es war das erste Schiff weltweit, dass zu groß für de Panama-Kanal ist. Das Schiff war in den Kriegen in Vietnam, sowie dem ersten Irakkrieg und dem Golfkrieg 1991 im Einsatz.

Dank eines Audioguides wird man gut durch das Schiff geführt und bekommt einen lebendigen Eindruck vom Leben auf einem Flugzeugträger, der wie eine kleine Stadt ist. Trotzdem ist alles ziemlich eng und gerade unter Deck auch ziemlich stickig. Platzangst ist da echt am falschen Platz ;-) Auf dem Rundgang lernt man u.a., dass die Besatzung immer Wetten abgeschlossen hat in welcher Minute die 20t-schweren Anker runtergelassen werden. Der Gewinner (bzw. der der am nächsten dran war) hatte dann beim Landgang mehr Taschengeld. Hier die Ankerketten:

USS Midway

Sehr beengt waren auch die Schlafgelegenheiten der normalen Besatzung, denn immerhin waren bis zu 4500 Personen an Board. Etwas mehr Platz hatten da schon die Junioroffiziere (2. Bild unten):

USS MidwayUSS Midway

Weiter ging es dann in den Maschinenraum. Insgesamt hat die USS Midway 212.000 PS. Damit ist sie auch ganz klar kein Spritsparmodell ;-) Am Tag “frisst” sie knapp 350.000 Liter Benzin.

USS MidwayUSS Midway

Danach gab es dann erste historische Bomber zu sehen. Interessant ist bei allen, wie sie platzsparend ihre Flügel einklappen.

USS MidwayUSS Midway

Als nächstes ging es durch die Alltagsräume wie der Kirche an Board (ja schon wieder eine Kirche ;-) ) oder aber den verschiedenen Kantinen. So gab es eine Kantine für diejenigen, die in der Tagesuniform waren (quasi die “schicke” Uniform) und welche für diejenigen in Fliegerkleidung etc. Zudem gibt es dann noch Speiseräume nur für die Senior-Offiziere und welche für das Essen zwischendrin. Insgesamt wurden pro Tag über 13.000 Essen serviert und dabei 10 Tonnen Nahrungsmittel aufgewendet. Für diese Arbeit waren 225 Köche nötig.

USS Midway

Dazu kamen dann noch Dinge wie Reinigung, Friseur, Shops, Krankenhaus und eine Post.

USS Midway

Schließlich ging es dann an Deck, wo die diversen Flugzeugtypen standen, so z.B. eine F14 (bekannt aus dem Film Top Gun) und ihr Nachfolger eine F18. Aber auch noch einige weitere…

USS MidwayUSS MidwayUSS MidwayUSS Midway

Insgesamt ein sehr spannendes Museum in dem man sicher noch mehr Zeit als die guten 2,5h verbringen kann, die ich dort war. Neben der Audiotour befinden sich auch immer viele ehemalige Soldaten der USS Midway auf dem Schiff die gern die ein oder andere Geschichte erzählen. Für mich heute definitv das Tageshighlight :-)

Danach hatte es sich zumindest etwas aufgehellt und so bin ich dann zurück in die Innenstadt und habe mir noch das historische Gaslamp-Quarter angeschaut. In diesem Viertel gibt es viele kleine Läden, Gallerien und vor allem viele Restaurants. Das ganze in sehr schöner Atmosphäre.

San Diego DowntownSan Diego Gaslamp QuarterSan Diego Gaslamp QuarterSan Diego Gaslamp QuarterSan Diego Gaslamp QuarterSan Diego Gaslamp Quarter

Insgesamt lohnt sich der Rundgang durchs Gaslamp-Quarter unbedingt. Ich fand es superschön dort. Hat mich ein wenig an eine Mischung aus Boston und Miami Beach erinnert.

Dann war ich aber für den Tag auch mit Informationen gesättigt und so ging es ab zum Hotel und dabei habe ich mich mächtig verfranst. Das Hotel liegt sowas von versteckt und man kommt auch nur von einer Seite ran, dass ist echt schon unverschämt. Naja und das Hotel selbst fällt wohl eher unter die Kategorie “reden wir nicht drüber” ;-) Aber ist ja nur zum Schlafen und zum Blog schreiben…

Insofern trotz der vielen Wolken noch ein schöner Tag ohne Bitteres Ende wie der Name des Lokals hier ;-) Bis morgen!

San Diego Gaslamp Quarter

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07.06.2009 - Mit dem Herrn im Nacken nach L.A. - Mission Possible :-)

Posted by Jens Koopmann
On Juni 10th, 2009 at 03:06

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Ich habs überlebt…. den Verkehr nach L.A. rein mein ich. Und ich hab es sogar recht gut gemeistert, aber dazu später. Die letzte Nacht in Goleta habe ich dann doch noch halbwegs vernünftig geschlafen, aber für fast 130 Dollar war das echt ne Kaschemme. Merke: komme nie an einem Samstag nach Santa Barbara. Kurz nach 7 war ich dann soweit fertig, dass ich mir noch was Kaffeeartiges (zumindest war die Flüssigkeit braun) gegönnt habe und danach ging es dann on the Road. Da der Himmel besser als gestern aussah, habe ich nochmal kurz bei der Mission Santa Barbara angehalten, um noch einen Schnappschuss zu machen, aber genau dort war dann die Sonne auch wieder hinter Wolken - Mist! Wenigstens war der Himmel aber blau…

Mission Santa Barbara

Danach ging es dann aber schnell auf den Freeway mit dem ersten Tagesziel Ventura. Ziel war es vor 9 Uhr da zu sein, da um 9 dort Gottesdienst in der dortigen Mission San Buenaventura ist, so dass ich dann nicht mehr in die Kirche hereingekonnt hätte (außer zum Gottesdienst natürlich ;-) - ich Heidenkind!). Viertel vor 9 war ich dann auch ohne große Umwege dort angekommen und bin direkt erstmal zur Mission.

Mission San BuenaventuraMission San BuenaventuraMission San BuenaventuraMission San Buenaventura

Die Mission wurde als 9. Mission 1782 durch Junipero Serra gegründet. Im Gegensatz zu vielen anderen Missionen handelt es sich hier um eine aktive Kirche. Was allerdings der Safe im Eingangsbereich zu suchen hatte, erschließt sich mir nicht ganz ;-)

Danach bin ich noch eine Runde durch den ganz netten Ort spaziert. Der kleine Rundgang durch die historische Innenstadt war ein schöner Morgenspaziergang der dann nach einer knappen halben Stunde am Auto wieder beendet war.

VenturaVenturaVentura City HallVentura

Auf dem Weg von Santa Barbara nach L.A. kann ich diesen Stop durchaus empfehlen. Schöner Kleinstadtalltag. Nur die Pizzalieferautos sind hier etwas größer ;-) :

Ventura

Danach ging es dann weiter und nach einigen Kilometern habe ich dann der Küste für heute Auf Wiedersehen gesagt, denn die nächsten Ziele lagen etwas im Inland. Zunächst galt es, die nördlich von L.A. gelegene Mission San Fernando Rey de Espagna zu finden. Dies hatte ganz gut funktioniert, so dass ich kurz vor 10 dort angekommen war. Der nächste Gottesdienst war dort dann auch erst halb 11, so dass die Gelegenheit günstig war, einen Blick in die Kirche zu werden. Anschließend gab es dann noch ein Museum und die Nebengelasse zu besichtigen.

Mission San Fernando Rey de EspagnaMission San Fernando Rey de EspagnaMission San Fernando Rey de EspagnaMission San Fernando Rey de Espagna

Es ist eine der letzten Missionen, die errichtet wurden, genauer gesagt, die 17. Gegründet wurde sie durch den Serra-Nachfolger Francisco de Lasuèn 1797. Durch Erdbeben und Goldgräber (in der Nähe fand man Gold) wurde die Kirche in der Vergangenheit stark zerstört, bis die heute zu sehenden Gebäude wieder restauriert wurden. Auch das Museum ist ganz nett, aber insgesamt ist es eher einen Stop den man macht, wenn man wie ich nicht das erste Mal in der Gegend ist.

Missionarisch war ich dann auch noch weiter unterwegs und zwar ging es weiter nach San Gabriel zur dortigen dem Erzengel Gabriel gewidmeten Mission San Gabriel Arcangel, der vierten der 21 Missionen, die von Junipera Serra gegründet wurde. Im Vergleich zur Mission zuvor ist diese ein echtes kleines Schmuckstück - ähnlich der in Carmel. Es war mit über 6000 konvertierten Indianern eine der erfolgreichsten Missionen. Bis heute ist sie noch aktiv als Kirche genutzt. Auch hier gibt es wieder ein Museum und den Garten mit zu besichtigen. Insgesamt fand ich es ziemlich gelungen. Leider liegt sie auch ziemlich abseits aller Touristenrouten.

Mission San GabrielMission San Gabriel ArcangelMission San Gabriel ArcangelMission San Gabriel Arcangel

Das Kreuz auf dem letzten Bild gedenkt der über 6000 auf dem Friedhof begrabenen Indianern, denn wie auch in den anderen Missionen überlebten viele die europäischen Krankheiten nicht.

Auch die Gegend rund um die Mission ist mal wieder recht sehenswert gewesen (zumindest für einen 10-minütigen Rundgang).

San GabrielSan Gabriel

Damit war das eigentliche Tagesprogramm erledigt und ich hatte auch wirklich für heute genug Missionen gesehen ;-) Aufgrund der Bewölkung habe ich mich dann entschieden auf der Fahrt nach L.A. in Downtown Halt zu machen, da am Sonntag das Parken am einfachsten ist dort (sonst kosten 15min in der Regel 3 Dollar) und ich ein paar Dinge dort noch nicht gesehen hatte. Vorher habe ich aber nur kurz die Route studiert, denn ab jetzt begann die Verkehrshölle Los Angeles und das im wahrsten Sinne, denn tatsächlich ist dann auch auf der Interstate knapp 500m vor mir einer ins Schleudern gekommen und kam in falscher Richtung zum Stehen. Das da nichts weiter passiert ist, wahr schon fast ein Wunder. Mit dieem Schrecken im Nacken ging es dann hinein nach Downtown. Gottseidank war ich schon 3 Mal in der Stadt gewesen und habe mich auch noch etwas an die Gegebenheiten erinnern können und so habe ich den Weg noch halbwegs direkt gefunden und nach 10min Suche auch noch einen kostenfreien Parkplatz (aber nur weil Sonntag war). Erster Halt war dann die Walt Disney Concert Hall dem Konzerthaus der Stadt.

Walt Disney Concert HallWalt Disney Concert Hall

Ursprünglich war der benachbarte Dorothy Chandler Pavillion Heimat der Philarmoniker, aber Dank einer Spende der Disney Witwe Lillian Disney über 50 Millionen Dollar 1987 sowie diverse anderer Spenden und dem Engagement der Stadt wurde der neue Bau möglich der schließlich 2003 eröffnet wurde. Sicherlich eines der ungewöhnlichsten Konzerthäuser der Welt und architektonisch sagen wir es mal so…. reizvoll.

Als nächster ein kurzer Stop beim Mark Taper Forum, einem Theaterkomplex in dem ich 2006 ein Stück mit Laurence Fishburn (bekannt aus “The Matrix”) gesehen hatte.

Mark Taper Forum in Los AngelesMark Taper Forum Los Angeles

Danach ging es zu einem anderen architektonischen Highlight - der Cathedral of Our Lady of the Angels. Hierbei handelt es sich um einen riesigen Betonklotz zum Einen, zum Anderen um die Hauptkirche des Erzbistums Los Angeles. Fertiggestellt wurde die Kirche 2002 und ist sowohl innen als auch außen sehr puristisch. Aber jeder deutsche Pfarrer würde sich sicher solche Menschenmassen wie unten zu sehen an einem normalen Sonntag in seiner Kirche wünschen. Mir für eine Kirche zu modern und kalt, aber Geschmäcker sind ja verschieden und so habe ich auch das mal gesehen.

Cathedral of Our Lady of the AngelsCathedral of Our Lady of the AngelsCathedal of Our Lady of the AngelsCathedral of Our Lady of the Angels

Hier noch ein paar Ansichten von Downtown nahe Disney Hall und Kathedrale (das zweite Bild ist das Rathaus):

Downtown Los AngelesDowntown Los Angeles

Weiter ging es dann zum El Pueblo de Los Angeles einem kleinen Historic State Park in Downtown, den ich auch noch nicht kannte. Hier sieht man ein wenig wie L.A. früher ausgesehen hatte. Alles eine Nummer kleiner und quirliger. Ob es nun heute schöner ist…. ich würde sagen nein - gewaltiger und monumentaler ja, aber schöner nicht.

El Pueblo de Los AngelesEl Pueblo de Los Angeles

Auch die Union Station habe ich dann noch gesehen - der letzte gebaute große Bahnhof in den USA (1. Bild unten). Auf dem Weg ins moderne Downtown habe ich dann auch festgestellt, dass Los Angeles und Berlin Partnerstädte sind :-)

Union Station Los AngelesBild

Zurück in Downtown war das nächste Ziel der Angels Flight, einer kleinen Zahnradbahn, gerade mal 91m lang bei 33% Steigung. Diese war beim letzten Mal noch geschlossen und ich habe auf einen aktiven Betrieb diesmal gehofft. Aber leider wurde ich enttäuscht. Die Bahn ist noch immer nicht wieder in Betrieb nach einem Unfall 2001.

Angels Flight in Los AngelesAngels Flight in Los Angeles

Urspünglich stand der Angels Flight von 1901 bis 1969 an einer leicht anderen Stelle unweit des heutigen Standpunktes und war in diesen 68 Jahren auch in Betrieb. Bremsen hatte die Zahnradbahn nicht, nur ein Sicherheitskabel für den Fall eines Kabelrisses.1969 wurde jedoch die ganze Gegend umgestaltet und die Bahn demontiert und zunächst eingelagert. Man vermutet, dass die Bahn bis dahin diejenige mit den meisten Passagieren gewesen ist (weit über 100 Millionen laut einer Plakette).

1996 wurde die Bahn dann an wiegesagt leicht veränderter Stelle wieder aufgebaut und war dann bis 2001 in Betrieb. Zu diesem Zeitpunkt ereignete sich ein schwerer Unfall bei dem eine Person ums Leben kam und die Wagen schwer beschädigt wurden. Grund hierfür waren fehlende Sicherheitsvorkehrungen. Naja mal sehen ob sie wie angekündigt nun dieses Jahr wieder aufmachen.

Statt dem Angels Flight bin ich dann in den Grand Central Market gegangen und habe mir für 2,75 Dollar (unter 2 EUR!) eine Portion Hähnchenfleisch mit Reis und Gemüse geholt. Nicht nur, dass ich danach pappsatt war, es war geschmacklich sogar ok und mein Magen scheint es auch vertragen zu haben.

Grand Central Market Los AngelesGrand Central Market LAGrand Central Market LA

Letzter Tagesstop war dann das MOCA, dass Museum of Contemporary Art. Da ein Teil des Museums, wie auch das Partnermuseum derzeit geschlossen waren, kam ich immerhin für den halben Eintritt rein. Und die Künst war dann auch im wahrsten Sinne zeitgenössisch. Bilder wie “Rot auf Lila” und “Braun auf Blau” haben echt Eindruck hinterlassen. Man muss es halt mögen. Nachher male ich mir auch noch ein “Grün auf Orange” oder so ähnlich. Interessant fand ich die Statue vor dem Museum, die wie ein Vogel aussieht und in der Tat aus alten Flugzeugteilen gemacht ist.

MOCA Los AngelesMOCA Los AngelesMOCA Los Angeles

Danach war ich dann auch krocki genug, um ins Hotel zu fahren, also ab auf die vollen Autobahnen und im Wirrwarr der meist 6 bis 8 Spuren nicht verloren gehen. Hat am Ende auch alles prima geklappt (mir werden die kleinen Eifelstrassen wieder sooooooo klein vorkommen….) und so bin ich jetzt in meiner kleinen Suite für die nächsten 3 Nächte angekommen.

Am Ende doch wieder ein voller aber auch schöner Tag. Auf das es der morgige auch wird! (Und wieder ein langer Tagesbericht - ich werd hier noch zum Schreibweltmeister…)

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06.06.2009 - Mission Dänemark

Posted by Jens Koopmann
On Juni 9th, 2009 at 04:06

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Posted in Reisebericht 2009, Reisetagebuch

So jetzt läuft gerade mein Kaffee durch und ich kann beginnen mit dem Schreiben. Warum der Kaffee am Abend? Damit es hier im Zimmer besser riecht. Da kein anderes Zimmer mehr frei war, haben sie mir ein Raucherzimmer gegeben hier, was wohl auch reichlich von Rauchern genutzt wurde. Naja, ist ja nur für eine Nacht und die nächsten 3 Nächte in LA habe ich ja wieder ein gutes Hotelchen :-)

Der heutige Tag war (wie der morgige dann auch) eine kleine Verschnaufpause von den Highlights der letzten Tage. Aufgewacht bin ich wieder recht früh und so war ich auch kurz vor Acht abfahrbereit. Am Checkout hatte ich dann auch noch kurz Internetempfang, so dass ich noch schnelle einen Beitrag ins Blog hochladen konnte und dann ging es bei strahlender Sonne ab auf den Highway 1 zunächst in Richtung Morro Rock. Insgesamt nett zu fahren, aber recht unspektakulär. Der Morro Rock und der dazugehörige Strand sind ein Surferparadis und so haben sie bereits in den frühen Stunden die ersten in die Fluten gestürzt.

Morro BeachMorro Rock

Wenig später war ich dann in San Luis Obispo, wo die dortige Mission San Luis Obispo de Tolosa auf dem Programm stand. Nur war der Zutritt gerade nicht möglich, so dass ich mich mit ein paar Bildern aus dem Innenhof begnügte und dann weiter bin. Mehr als ein Zwischenstop ist diese Mission nicht. Die Mission selbst ist die 5. in der Reihe von 21 und benannt nach Sankt Luis, dem Bischof von Toulouse. Erbaut wurde sie 1772. Wiegesagt kurzer Stop und dann ging es direkt weiter.

Mission San Luis Obispo de Tolosa

Als nächstes galt es meinem Magen etwas zuzuführen und so habe ich in Santa Maria kurz gestoppt und mir 2 Muffins geholt, wobei ich nach dem ersten schon satt war. Den zweiten habe ich mir dann für den Abend aufgehoben. Nach der kurzen Pause war ich dann auch schon wieder on the road auf dem Weg ins Städtchen Lompoc, wo die nächste Mission auf mich wartete: Mission La Purisma Concepciòn. Die Mission ist heute ein Statepark und so musste ich kurz 4 Dollar zücken und schon war der Weg frei. Zu besichtigen gibt es eine restaurierte Version der 2. Mission. Die erste Mission wurde in Erdbeben zerstört und dann 1812 an den heutigen Standort verlegt. Auch diese Mission ist jedoch mit der Zeit stark zerfallen und wurde daher in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts mit traditionellen Verfahren wieder restauriert, so dass sich heute ein Bild eine Mission und all ihrer Nebengelasse zeigt. Zudem hat der State Park eine Reihe von Angestellten, die die Mission inklusive Vieh und Landwirtschaft weiter betreiben, so dass noch etwas Leben da ist. Die Mission selbst ist optisch eher unspektakulär, vermittelt aber ein gutes Bild vom Leben in der damaligen Zeit. Errichtet wurde die Mission 1787 (die alte Mission) bzw 1812 (neue Mission) durch Francisco de Lasuén als 11. Mission.

La Purisma ConcepcionLa Purisma ConcepcionLa Purisma ConcepcionLa Purisma Concepcion

Insgesamt fand ich es einen gelungenen Stop für eine knappe Stunde. Die alten Ruinen der ersten Mission sind auf dem Missionsflyer auch eingezeichnet gewesen - zu sehen gab es außer einer Plakette aber nichts. Danach ging es zum Tageshauptziel Solvang. Man muss sich das so vorstellen: völlig unbedarft fahre ich durch die amerikanische Einöde und plötzlich kündigen sich wieder erste Zeichen der Zivilisation an in Form von Motelketten. Nachdem diese passiert sind erwartet den Touri das Dorfzentrum und dann kommt es. Hinter einer Kurve beginnen die kleinen Häuser mit Spitzdach und Fachwerk. Das ganze hat seinen Ursprung 1911 als dänische Lehrer in den Westen zogen und sich hier niedergelassen haben. Und diesen dänischen Geist merkt man noch heute. So heissen die Strassennamen z.B. Copenhagen Av. und es gibt viele Geschäfte mit traditionell dänischen Waren. Ansonsten erfreuen zahlreiche Galerien und kleine Geschäfte den Besucher bei einem Stadt… äh Dorfbummel ;-) Ich bin hier eine gute Stunde rumspaziert. War auf jedenfall sehenswert, wenn auch skurril.

SolvangSolvangSolvangSolvang

Als ich hier dann wieder los bin, hatte sich der Himmel weitgehend mit dunklen Wolken zugezogen. Aber es war ja nur noch ein kleines Stück nach Santa Barbara und gerademal 14 Uhr. Die Strecke zur Küste führte dann einmal über die Berge, was ein paar schöne Aussichten mit sich brachte.

Aussicht auf dem Weg nach Santa BarbaraAussicht auf dem Weg nach Santa Barbara

Angekommen in Santa Barbara war es dann eigentlich noch viel zu früh, um gleich ins Motel zu fahren (von dem muffigen Raucherzimmer wusste ich ja noch nix). Insofern bin ich direkt noch zur Mission in Santa Barbara gefahren. Doch hier die Enttäuschung: der Zutritt war versperrt, da der Strom ausgefallen war. Na so was auch…. Insofern blieb es bei ein paar Bildern von außen der 1786 als 10. Mission errichteten Kirche, die als “Queen of Missions” wegen ihrer schönen Außenanlagen gilt. Gegründet wurde die Mission ebenfalls von Padra Lasuén und sie ist die einzige Mission mit zwei Kirchtürmen. Die Kirche ist noch heute in Gebrauch, wie auch noch heute ein Teil der Wasseranlagen für Santa Barbara genutzt wird.

Mission Santa BarbaraMission Santa BarbaraMission Santa BarbaraMission Santa Barbara

Da diese paar Fotos jetzt keine Ewigkeit gedauert haben, bin ich dann auch noch nach Downtown gefahren und bin dort eine Runde bis zum Strand spaziert. Ich war ja vor drei Jahren schon einmal in Santa Barbara für 2 Tage und hatte so noch ein wenig Erinnerung wo was lag. Insgesamt ist es schon ein sehr schöner Ort mit einer schönen Geschäftsstrasse in Downtown. Allerdings ist alles auch recht abgehoben, was man spätestens merkt, wenn an einem eine Stretch-Limo mit pöbelnden Jugendlichen drin vorbeifährt - Amerika eben….

Santa BarbaraSanta BarbaraSanta BarbaraJustizgebäude in Santa BarbaraSanta BarbaraSanta Barbara Strand

Damit ging dann auch dieser Tag vorüber. Für morgen heisst das, dass ich direkt weiterfahre, da Santa Barbara soweit ja schon abgegrast ist. Insofern stehen morgen nur noch die restlichen Missionen bis Los Angeles auf dem Programm und dann mal schauen wann ich in LA ankomme. Vielleicht kann ich ja noch etwas an den Strand (auch wenn es am Wasser doch noch sehr frisch mit dem Wind ist).

Für heute aber war es das wieder - dafür das nicht viel passiert ist, doch wieder ein recht langer Bericht ;-)

Achso - noch ein kleines Rätsel: welche Flagge auf dem folgenden Bild passt nicht so recht? ;-)

Flaggen

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04.06.2009 - Monterey, Carmel und wieder viele Tiere im Point Lobos State Reserve

Posted by Jens Koopmann
On Juni 6th, 2009 at 15:06

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Posted in Reisebericht 2009, Reisetagebuch

Und wieder geht ein schöner und sonniger Tag zu Ende und das obwohl es heute morgen noch garnicht danach aussah. Als ich pünktlich halb 6 aufgewacht bin war es draussen komplett bedeckt. Daran änderte sich auch bis 7 Uhr als ich aufgestanden bin nichts. Erst kurz nach acht beim Frühstück machten sich erste Wolkenlücken breit. Mit dieser Hoffnung ausgestattet bin ich dann auch gleich los ins knapp 15km südlich gelegene Point Lobos State Reserve, einer Art Naturschutzgebiet. In den Broschüren heisst es so schön “Der schönste Platz an dem Wasser und Land aufeinandertreffen”. Nun gut. Um dies zu prüfen hat der Herr jedoch noch die Hürde von 10 Dollar Eintritt gestellt. Danach ging es dann aber los. Die erste kleine Wanderung ging zu Sea Lions Point. Wie der Name schon sagt, kann man von hier aus Seelöwen beobachten. Nicht ganz so nach wie sie gestern waren, aber mit einem 600mm-Objektiv noch sichtbar. Auch die Buch in der sich alles abspielte war ganz hübsch.

Bucht beim Sea Lions PointBucht beim Sea Lions Point

Ein kleiner Seelöwe war dabei total niedlich. An ihn kam ich auch bis auf ca. 10m heran, so ein paar hübsche Bilder entstanden (das erste zunächst noch ein großer Entfernung):

Junger SeelöweJunger Seelöwe

Daneben gab es auch noch einige Vögel zu sehen (Braunpelikane und Seeraben sowie noch ein undefinierbaren Gefieder):

Vogel am See Lions PointPelikane am Sea Lions Point

Die meisten Vögel haben es sich jedoch wie die Seelöwen auf folgendem weissen Felsen gemütlich gemacht:

Vogelfelsen am Sea Lions Point

Nach dieser kleinen Wanderung (die nur durch meine Fotografiererei länger wurde) war es dann entgültig sonnig und gut gelaunt ging es direkt auf den nächsten Wanderweg, den Cypress Grove Trail. Benannt ist dieser Weg nach der Monterey Zypresse, die auf natürliche Art (d.h. nicht angepflanzt) nur an zwei Stellen weltweit vorkommt, nämlich hier und im wenige Kilometer entfernten Carmel. Die Zypressen können hier nur dank des häufigen Nebels überleben, der auch im Sommer die notwendige Feuchtigkeit spendet. Ansonsten sind die Bäume aber sehr widerstandsfähig, vor allem auch gegenüber dem Salz des Meeres. Einzelne Exemplare reichen an die 300 Jahre heran. An einigen Bäumen findet sich zudem eine rote Schicht auf den Ästen. Dabei handelt es sich um eine Algenart, die Carotin in sich trägt. Für die Bäume ist sie jedoch ungefährlich.

Und auch hier wieder ein paar Bildchen:

Cypress Grove am Point LobosCypress Grove in Point LobosCypress Grove am Point LobosCypress Grove am Point LobosCypress Grove am Point Lobos

Auch hier hatten sich wieder ein paar Tierchen blicken lassen:

Reh am Cypress Grove am Point LobosRaupe am Cypress Grove am Point Lobos

Danach ging es dann mit dem Auto 2min weiter im Park zum Bird’s Island Trail. Dieser Weg führt vorbei an einer tollen Bucht (China Cove). Überall im Wasser findet man eine spezielle Algenart (Kelp), die die Grundlage für den Artenreichtum dieser Gegend schafft.

China Cove am Point LobosUnterwasseralge (Kelp) am China Cove am Point Lobos

Nach dem China Cove bin auch kurz danach beim Bird’s Island gewesen, wiederrum einer weissen Feldinsel, auf der es sich die Vögel gemütlich gemacht haben, ebenso, wie auf den darumliegenden Inseln. Achso, erwähnenswert sind auch noch die vielen hübschen Wildblumen auf dem Weg.

Birds Island am Point LobosBirds Island am Point LobosBirds Island am Point LobosBirds Island am Point Lobos

Zu guter Letzt habe ich noch einen kurzen Abstecher am Cannery Point gemacht, aber viel neues gab es dann auch nicht mehr zu sehen und so bleibt es bei einem kleinen Foto ;-)

Cannary Point am Point Lobos

Insgesamt war dieser Park wirklich schön und die 4 Stunden die ich drinnen war waren sehr gut investierte Zeit. Insofern absolut Daumen hoch bis hierhin. Nun ging es wieder ein kleines Stück zurück bis nach Carmel by the Sea, wo die Missionsstation von Carmel auf mich wartete. Die Mission war recht leicht zu finden, nur ein Parkplatz lies ein paar Minuten auf sich warten. Insgesamt erwartete mich dann aber die von außen bislang schönste Mission (von innen war San Juan Bautista schöner). Die Mission, die mit vollem Namen Mission San Carlos Borromeo del Rio Carmelo heisst wurde am 3. Juni 1770 durch Padre Junipero Serra gegründet. Serra, sowie sein Nachfolger Francisco Lasuén liegen auch hier begraben. Die ursprüngliche Mission stand jedoch gar nicht an diesem Ort, sondern in Monterey. Da die Erde sich dort aber als nicht so fruchtbar erwies, verlegte man die Mission nur kurze Zeit später nach Carmel. In der Spitze waren 1794 über 900 konvertierte Indianer in der Mission beschäftigt. Diese Zahl verringerte sich jedoch schnell und drastisch, da viele Indianer den europäischen Krankheiten, gegen die sie nicht immun waren, zum Opfer fielen. Das Ende der Station kam dann schließlich 1834 und nach dem Beitritt in die USA wurde das Land der Mission nicht wie vorgesehen an die Arbeiter gegeben, sondern an neue Siedler. Die Mission hat noch mehrere kleine Museumsräume und einen tollen kleinen Garten. Insgesamt sehr sehenswert für die 5 Dollar Eintritt.

Mission in CarmelMission in Carmel

Danach ging es dann zum in allen Reiseführern angepriesenen 17-Mile-Drive weiter, einer Strasse entlang der Küste von Monterey und Carmel. Allerdings keine normale Strasse, sondern eine Strasse mit Eintritt - klingt komisch, ist aber so… Insgesamt 9,25 Dollar hat mich der Spaß gekostet. Und was habe ich dafür bekommen: ein paar nette Aussichten - nicht mehr aber auch nicht weniger. Das ganze war nicht halb so spektakulär wie Point Lobos. Insofern gesehen und abgehakt, aber wenn man nicht unbedingt zuviel Zeit hat, würde ich das beim nächsten Mal weglassen.

17-Mile-Drive17-Mile-Drive

Schließlich bin ich dann wieder in Monterey angekommen und bin hier nochmal durch die Cannery Row spaziert. Monterey ist benannt nach dem Vize König Neuspaniens Graf von Monte Rey. Die Stadtgründung war 1770 und ab 1776 war Monterey sowohl Hauptstadt von Alta California (dem heutigen Kalifornien) und Baja California (der mexikanischen Halbinsel). Die Cannery Row steht dagegen für einen lange Zeit sehr wichtigen Wirtschaftszweig - die Sardinenproduktion. In der Cannery Row standen die Fabriken, die die Sardinen in Dosen abfüllten. Heute ist es eine nette Flaniermeile mit vielen Geschäften und Restaurants sowie dem Aquarium von Monterey (welches ich mir dann doch gespart habe - zuviel an einem Tag sollte es dann auch nicht sein). Ein Besuch in Monterey ohne die Cannery Row gesehen zu haben wäre sicherlich für die Einheimischen unverständlich - etwas besonderes ist es aber auch nicht. Dennoch, wer eine Stunde erübrigen kann, für den ist es eine nette kleine Abwechslung.

Cannery Row in MontereyCannery Row in MontereyCannery Row in MontereyCannery Row in Monterey

Danach ging es dann nochmal zum Fisherman’s Wharf, da mich der Hunger gepackt hatte. Ansonsten ist der Wharf auch nichts weiter als eine nette Touristenmeile. Zu Essen gab es dann als Vorspeise Clam Chowder (Muschel-Kartoffelsuppe :-), als Hauptgang Linguine mit Shrimps und dann frittierten Käsekuchen. Insgesamt sehr lecker und mit einem Getränk für zusammen knapp 15 EUR prima.

Old Town MontereyFishermans Wharf in Monterey

Danach bin ich noch bei einem Süsswarenladen vorbei, der selbstgemachte Toffee’s verkauft. Diese habe ich nun und sie schmecken - naja süss halt und klebrig :-)

Fishermans Wharf in Monterey

So und damit war dann der Tag auch zu Ende. Auf dem Weg zurück ins Motel habe ich noch schnell das Auto für den morgigen Tag aufgetankt und jetzt werd ich mich noch eine Runde ausruhen bevor es ins Bett geht. Für morgen ist mal wieder (wie die letzten beiden Tage) Regen angesagt. Ich hoffe sie irren sich wieder, denn morgen ist Natur pur auf dem Plan.

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03.06.2009 - Auf nach Monterey - zwischen Tieren und Missionaren

Posted by Jens Koopmann
On Juni 5th, 2009 at 01:06

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Posted in Reisebericht 2009, Reisetagebuch

Was ein schöner Tag! Jetzt um kurz vor 8 am Abend bin ich im Motel in Monterey angekommen und meine Füsse (und auch der Rest von mir) erholen sich vom Tag. Aber der Reihe nach. Nachdem ich gestern kurz vor 9 ja schon im Bett war, war ich pünktlich um 5 Uhr morgends heute putzmunter. Zwar habe ich mich dann nochmal umgedreht, aber um sechs hat es mich dann entgültig rausgetrieben.

Nach einem Kaffee und ein paar Weintrauben zum Frühstück ging es dann pünktlich um sieben los. Der Weg führt zunächst entlang des San Andreas Grabens bis zur Küste nach Half Moon Bay. Hier gab es schon die ersten lohnenden Fotostops :-)

San Andreas Graben bei San FranciscoSan Andreas Graben bei San Francisco

In Half Moon Bay angekommen habe ich einen kleinen Rundgang gemacht, da ein Touriheft von dem schönen historischen Kern berichtet hat, was ich mir nun gern anschauen wollte. Nun ja, für einen kurzen Zwischenstop, um sich die Beine zu vertreten ganz nett - spektakulär ist jedoch anders.

Half Moon BayBild

Bild

Interessant war die Geschichte zu nebenstehendem Gebäude: Die Giorgetti’s waren eine italienische Familie zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Amerika. 1942 mit dem Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg wurde ein Dekret erlassen, dass die Zone westlich des Highway 1 - eben jenes Land was die Giorgettis bewirtschafteten - zur Sperrzone für Deutsche, Japaner und Italiener erklärte. Ziel war es diese Personen daran zu hindern, den Kriegsfeinden in irgendeiner Weise zu helfen. Der Sohn der Giorgettis war zu diesem Zeitpunkt selbst bei der US Army. Aufgrund des Dekretes musste er mit ansehen, wie seine Mutter und sein Vater getrennt wurden, denn der Vater hatte die US-Staatsbürgerschaft und konnte weiter die Farm betreiben, während die Mutter diese nicht hatte und separat wohnen musste. Der Sohn Leo machte sich daraufhin auf nach San Francisco und sprach dort mit einem Offizier, dem er erklärte, dass man ihn erschießen können, sollte man nachweisen, dass seine Mutter eine Gefahr für das Land sei. Nun mag es Zufall sein, aber wenige Zeit später wurde das Dekret zumindest für die Italiener aufgehoben. Für diese Gegend bedeutend, denn es hab eine große italienische Gemeinschaft.

Nach diesem Zwischenstop ging es dann auf den Highway 1 der zu dem ein oder anderen Fotostop einlud ;-)

Highway 1Hughway 1

Dann stand der erste eigentlich Programmpunkt auf dem Plan: Pidgeon Point Lighthouse Statepark. Hier gibt es im wesentlichen einen Leuchtturm zu besichtigen, was ich dann auch nur von aussen gemacht habe und damit einiges an Zeit gespart habe.

Pidgeon Point Lighthouse

 

Diese gesparte Zeit habe ich natürlich in Gedanken auch schon wieder verplant gehabt und zwar für den Año Nuevo State National Reserve. Dieser Park ist quasi eine Schutzzone für Tiere - die bekanntesten unter ihnen die Seeelephanten.

Hier habe ich eine kleine Wanderung von knapp 3km unternommen. Dabei bin ich bewaffnet mit meinem Einbeinstativ und meinem 600mm-Objektiv durch die Lande gezögen. Und am Ende war ich durchaus erfolgreich. Neben vielen Seeelefanten waren auch noch 2 Rehe dabei, Pelikane, ein paar kleinere Vögel und eine (von mir für harmlos befundene) Schlange. Alles in allem ein ganz toller Stop, der mit 2 Stunden eigentlich noch zu kurz war. Aber ich hatte ja noch einiges vor am heutigen Tag.

 

Hier ein paar der tierischen Bilder:
Ana Nuevo SNRAna Nuevo SNRAna Nuevo SNRAna Nuevo SNRAna Nuevo SNRAna Nuevo SNR

Nach diesem tollen Stop war es mittlerweile kurz nach 11 Uhr und ich habe mich dann auf direktem Weg ab nach Santa Cruz gemacht, wo ich der dortigen Mission Santa Cruz einen kurzen Besuch abgestattet hatte. Die Mission wurde 1791 vom Nachfolger Junipero Serras, Francisco de Lasuén gegründet. Die heute Mission ist jedoch nur eine Kopie im Maßstab 1:2, die man 1931 anfertigen lies. Erdbeben in den Jahren 1840 und 1857 in der Region hatten die alte Mission zerstört. Wieder nur ein kurzer netter Zwischenstop, der gut am Weg lag.

Holy Cross Kirche in Santa CruzMission Santa Cruz

Danach ging es raus in den Wald kurz hinter Santa Cruz. Dort befindet sich der Mystery Spot. Hierbei handelt es sich um einen Berghang, an dem die Gesetze der Physik ausgehebelt zu sein scheinen. So fließt Wasser augenscheinlich aufwärts, Menschen wechseln ihre Größe haben unnatürliche Schräglagen wie ich hier:
Mystery Spot
Insgesamt ein für 5 EUR witziger Stop, allerdings ist vorsicht geboten, in dem Haus wird einem schnell schwindelig…

Danach ging es dann weg vom Highway 1 ins Hinterland zum nächsten und letzten geplanten Stop des heutigen Tages San Juan Bautista. Dort stand die gleichnamige Mission auf dem Plan. Der Ort selbst war dann eine absolute Überraschung, denn hier schaut es aus, als wäre die Zeit im Wilden Westen stehengeblieben. Auch in der Mission gab es hier einiges zu sehen. Diese 1797 fertiggestellte Mission wurde ebenfalls von Padre Francisco Lasuén gegründert, wie auch schon die in Santa Cruz, jedoch blieb diese Mission auch nach den Erdbeben zu großen Teilen erhalten und kann neben dem dazugehörigen Garten, Friedhof und Museum besichtigt werden.

Mission San Juan BautistaMission San Juan Bautista
Witzig bei der Kirche war, dass die Tür eine Katzenklappe hat. Damit solle es den Katzen ermöglicht werden, jederzeit Mäuse zu jagen, denn Mäuse waren lange Zeit eine Plage in der Gegend, die einen Großteil der Ernte vernichtet hat.

Aber wiegesagt auch der Ort hatte einen tollen Flair, so dass ich auch dort noch einmal eine Runde gedreht habe:
San Juan BautistaSan Juan Bautista

Damit war das Tagesprogramm soweit (über-)erfüllt und ich bin ab nach Monterey gedüst, wo ich gegen 16 Uhr im Motel eingecheckt habe. Soweit auch hier alles prima. Ist sauber, mit Internet und Parkplatz - mehr will ich ja garnicht :-) Da jedoch noch soviel Zeit war, bin ich dann noch eine Runde durch Monterey. Ein paar erste Bilder dürfen da auch nicht fehlen - den Rest gibt es dann morgen bei genauerer Besichtigung:
MontereyMontereyMonterey Fishermans WharfMonterey Cannery Row

So, mitterweile ist es auch kurz nach 21 Uhr hier und das frühe Aufstehen fordert seinen Tribut. Aber es war ein schöner Tag - so kann es auf jedenfall weitergehen. Morgen bleibe ich ja dann hier in der Gegend und hoffe einfach nochmal auf so tolles Wetter (auch wenn der Wetterbericht das noch anders sieht).

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