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Nach dem kurzen Stop für eine Nacht in Miami galt es heute gut 160 Meilen zu fahren zum letzten großen Highlight der Reise – nach Key West. Auch für heute habe ich das Programm wieder leicht abgeändert, dazu aber später mehr. Erstmal kam ich wieder pünktlich um 8 Uhr aus Miami weg und bin auch gut aus der Stadt gekommen. Ziel war es, gegen 9 Uhr am Coral Castle, dem ersten Tagespunkt zu sein, was am Ende auch fast eine Punktlandung war.
Das Coral Castle (Korallenschloss) ist eine echte Kuriosität und einmalig auf der Welt. Es ist aber nicht nur eine einfache Sehenswürdigkeit, sondern auch die Lebensgeschichte von Ed Leedskalnin. Dieser ist der Erbauer des Schlosses und gebaut hatte er es für sich und seine große Liebe (er nannte sie “Sweet Sixteen”). Leider wurde diese Liebe nie erwidert.
Nachdem ich meinen Eintritt bezahlt hatte, ging es zunächst zu einer Audiostation. Derer gibt es insgesamt 4 auf dem Gelände und sie geben jeweils interessante Infos, so dass man sonst keine weitere Führung braucht. Vorteil ist zudem, dass man als Sprache auch Deutsch wählen kann.
Danach ging es dann ins “Schloss”.
In dem Turm hatte Ed seinerzeit gelebt. Heute kann man seinen Wohnraum im ersten Stock besichtigen und einige der Werkzeuge, die er für den Bau des Schlosses verwendet hatte sind im Erdgeschoss ausgestellt.
Alles, was hier wie Stein aussieht, ist Korallenfels und einzelne Teile wiegen bis zu 28 Tonnen. Das rätselhafte ist, dass niemand jemals einen Kran oder ähnliches hier gesehen hat und so ist es bis heute ein Rätsel, wie Ed die Steine aufrichten bzw. aufeinanderstapeln konnte. Man muss dazu sagen, dass Ed nichtmal 1,50m groß war und knappe 50kg wog!
Erstes sehenswertes Stück im Schloss sind seine Lesestühle. Insgesamt 3 Stühle, für jede Tageszeit entsprechend dem Sonnenstand.
Direkt dahinter steht der Florida-Tisch. Dieser Tisch hat die gleiche Form wie der Bundesstaat und die Stühle waren gedacht für die Senatoren und den Gouverneur des Staates.
Noch weiter dahinter steht das Polaris Teleskop, welches exakt auf den Polarstern fixiert ist.
Im inneren des Gartens finden sich dann noch weitere astronomische Werke, wie die Moon Fountain und Abbildungen von Mars und Saturn.
Schließlich gab es auch einen Schlafbereich im Schloss. Hier fanden sich Betten für Ed und seine Liebste, sowie für geplante Kinder (natürlich nur von Ed geplant).
Ein technisches Wunderwerk ist die Drehtür. Sie wiegt 9 Tonnen und bis vor ein paar Jahren konnte man sie noch mit einem Finger bewegen! Ingenieure haben gesagt, dass man ohne einen Laser eine solche Tür heute nicht herstellen könnte. Ed hatte aber keinen Laser! Zudem schließt die Tür perfekt mit den Außenwänden (bis auf 6mm genau).
Als größtes (oder schwerstes?) Valentinsherz gilt dieser Tisch:
Das war es dann auch schon und nach gut 40 Minuten war ich einmal alles durchgegangen. Ein wirklich origineller Platz und eine gelungene Sehenswürdigkeit.
Danach standen eigentlich als nächste Stops die Seven Mile Bridge und der Bahia Honda State Park auf dem Programm. Letzterer soll jedoch im Sommer recht viele Sandfliegen am Strand haben. Daher habe ich ihn gestrichen. Statt dessen bin ich auf Key Largo in den Pennekamp State Park. Dieser Park ist ein Unterwasserpark, da seine Sehenswürdigkeit ein Korallenriff ist. Um dort hinzukommen, kann man entweder einen Schnorcheltrip buchen, oder mit einem Glasbodenboot fahren. Ich habe mich für letzteres entschieden und im Nu war ich knapp 23 USD los. Nun musste ich noch eine knappe Stunde Wartezeit überbrücken, in der ich im Visitor Center einen kleinen Film über Korallenriffe gesehen habe.
Dann ging es aber los. Da das Riff etwas weiter draußen ist, dauerte die Fahrt dorthin knapp 45 Minuten. Das Korallenriff selbst war dann wirklich schön und auf jeden Fall besser als auf Aruba. Leider ist das mit dem Fotografieren eher unpraktisch, weswegen es auf den Bildern eher unspektakulär aussieht. Aber glaubt mir – es war wirklich schön!
Die Zeit am Riff war auch eine gute Stunde, so dass wir nach 2,5 Stunden wieder zurück waren. Damit war es dann auch kurz vor 15 Uhr und höchste Zeit weiter zu fahren, denn es waren ja noch fast 100 Meilen bis Key West.
Nach etwas über der Hälfte der Strecke war dann noch ein Stop: die Seven Mile Bridge. Diese über 11 Kilometer lange Brücke wurde mit der ersten Eisenbahnverbindung nach Key West gebaut. Erbauer war Henry Flagler. Und falls sich einige erinnern, ja genau es ist der Flagler, nachdem das Flagler Kollege in St. Augustine benannt ist (siehe meinen Bericht zu St. Augustine). Nach einem Sturm war die Bahnlinie dann irgendwann außer Betrieb genommen, man nutzte die Brückenpfeiler aber für die erste Autoverbindung. Bis in die 80er Jahre wurde die Brücke so noch weiter genutzt. Heute fährt man jedoch über die neuere Parallelbrücke.
Danach habe ich mal schnell noch meine Reservierung für heute geprüft und mit Erschrecken festgestellt, dass die Rezeption nur bis 6 Uhr offen ist. Aber gut, ich lag ja noch halbwegs gut in der Zeit. Es war auch nur noch ein kurzer Stop bei Perky’s Bat Tower auf dem Sugarloaf Key geplant. Also auf ging es. Und der Sugarloaf Key kam, und ich bin drübergefahren, und er war zu Ende. Nur die Bat Tower Rd. habe ich nicht gesehen. Damit hatte sich dieser Stop für heute auch erledigt, schließlich habe ich ja bei der Rückfahrt noch eine Chance.
Kurz vor halb sechs kam ich dann auch in Key West an. Der Anfang der Insel ist nicht sonderlich berauschend, da sich hier Motels und nicht sonderlich schicke Häuser tummeln. Sobald man aber in den historischen Teil kommt, ist Key West einfach zauberhaft, so wie es halt schon im April war, als ich mit dem Schiff das erste Mal hier war. Meine Unterkunft habe ich dann auch gleich gefunden. Diesmal war es keine Hotel/Motel, sondern ein traditionelles Gästehaus “The Angelina Guesthouse”. Mit knapp 80 USD pro Nacht nicht teurer als ein Hotel aber mit viel mehr Charme. Die Besitzerin Janet hat mich gleich begrüßt und ihr Mann hat meinem Auto dann einen Parkplatz gesucht. Das Haus war früher mal ein Bordell und deswegen haben die Zimmer noch heute Frauennamen. Mein Zimmer war das “Rosi”-Zimmer. Alles recht einfach, aber absolut ausreichend.
Dann habe ich mir von Janet noch ein paar Tips für Bars und Restaurants geben lassen, die ich in den nächsten beiden Tagen nicht missen sollte. Ein Restaurant habe ich dann auch später direkt probiert: das Blue Heaven.
Dort sitzt man im Garten, während die Hühner einem zwischen den Beinen rumlaufen. Ich habe mir heute Barbeque-Shrimps für gut 25 USD bestellt. Und was soll ich sagen: diese Shrimps waren ein Gedicht. Ich war einfach hin und weg, so lecker waren die! Zum Nachtisch hab es dann noch den obligatorischen Key Lime Pie. Hier hatte einfach alles gepasst. Wer gut auf Key West essen will (zu moderaten Preisen für die Insel), sollte definitiv hier vorbeischauen.
Danach wollte ich mir eigentlich den Sonnenuntergang am Mallory Square anschauen, nur leider war ich gut 10 Minuten zu spät. Gut dachte ich mir, schaust du die stattdessen etwas den Trouble an. Am Mallory Square wird jeden Tag der Sonnenuntergang zelebriert. Dabei treten immer einige Künstler auf. Ich war bei Tim Terror, dem Stickman. Doch bevor ich ein Foto machen konnte, musste ich als “Freiwilliger” Helfer nach vorne. Die Kamera wurde für den Rest der Show dann verwahrt. Trotzdem eine tolle Show, in der u.a. mit Kettensägen jongliert wird.
Schließlich ging es auf einen Absacker noch in eine der traditionsreichsten Kneipen von Key West, den Green Parrot (Grüner Papagei). Dies ist die erste und gleichzeitig letzte Kneipe an der US 1 (die Bilder sind vom Folgetag, deswegen ist es dort so hell!).
Aus dem kleinen Absacker wurden 3 Bier und knapp 3 Stunden. Hatte mich dort mit ein paar Einheimischen noch festgequatscht. War aber wirklich nett gewesen. Schließlich bin ich dann aber gegen Mitternacht im Bett angekommen. Müde, geschafft, aber glücklich.
Fazit:
- Das Coral Castle ist sicherlich einer der skurrilsten Orte der ganzen Reise
- Der Stop im Pennekamp SP hatte gut gepasst und war sehr interessant
- Die Seven Mile Bridge ist ein netter kleiner Stop gewesen
- Key West ist einfach klasse! Heute habe ich sicher eines der besten Essen auf der ganzen Reise gehabt!
Heute war alles eine Frage des Timings, denn entgegen meiner Planung hatte ich den Tag gestern Abend nochmal etwas aufgepeppt. Insofern hieß es pünktlich sein. Und das begann schon mit der Abfahrt in Naples. Punkt 8 war ich auf der Strasse.
Der eigentliche Plan war heute in den Everglades die Loop Rd. zu fahren und das Shark Valley zu besichtigen. Irgendwie erschien mir das aber etwas wenig für einen ganzen Tag. Insofern war das erste Ziel dann auch nicht mehr die Loop Road, sondern Everglades City, von wo ich einen Ausflug mit dem Airboat gemacht habe. Ein solcher Ausflug war zwar für die Rückfahrt von Key West auch schon eingeplant, aber so hatte ich da dann mir etwas mehr Flexibilität verschafft.
Das Unternehmen hieß Speedy Johnsons und für knapp 37 USD habe ich dann eine Stunde Tour bekommen. Erstmal ging es ganz gemächlich los durch die Mangrovenwälder. Mangroven sind die einzigen Bäume, die im Salzwasser wachsen.
Mangroven wurden auch lange Zeit als die Bäume bezeichnet, die keiner liebt und wurden achtlos abgeholzt. Heute sieht man sie als wertvollen Faktor im Umweltsystem der Everglades, da sie den Boden festhalten und mit ihren Laub einen wertvollen Kompost für andere Pflanzen bilden.
Danach wurde das Tempo dann um einiges schneller und ich war froh über den vorher ausgegebenen Ohrschutz.
Dann wurde das Wasser auch immer stiller und man konnte tolle Spiegelungen sehen. Dies Everglades sind ja eigentlich ein Fluss, allerdings gut 50 Meilen breit. Lange Zeit hatte die Wasserregulierung diesem Gebiet arg zugesetzt und erst in den letzten Jahren ist ein Bewusstsein entstanden, dass etwas getan werden muss, damit diese Landschaft weiter bestehen kann.
Dann ging es raus aus den Mangroven in die Graßlandschaft
Einen Alligator hatten wir dann unterwegs auch noch gesehen. Leider nur einen – wie uns aber die Kapitän sagte, liegt dies am Wetter. Da es nicht genug geregnet hatte in den Everglades, ist den Alligatoren der Salzgehalt des Wassers zu hoch. Ich sollte mich später noch an die Worte erinnern.
Dann ging es auch schon langsam zurück, wobei sich das langsam weiss Gott nicht auf unsere Fahrgeschwindigkeit bezog.
Alles in allem war es eine witzige Tour gewesen, auch wenn man unter Umweltgesichtspunkten die Airboote nicht wirklich empfehlen kann. Aber so habe ich es halt einmal im Leben gemacht.
Danach ging es dann weiter in Richtung der Loop Road. Unterwegs bin ich am kleinsten Postamt der USA vorbeigekommen.
Die einhellige Meinung der Reiseführer und Internet-Foren über die Loop Rd. war, dass man hier Alligatoren en masse sehen würde. Also war ich schon ziemlich gespannt und wurde gnadenlos enttäuscht. Die Gesamtzahl von 9 Fotos in 2 Stunden sagt eigentlich schon alles. Insgesamt waren nur 3 Alligatoren zu sehen und alle auch noch im Wasser. Und dafür habe ich Blut und Wasser geschwitzt, denn die Reifen meines Autos waren schon so abgefahren, dass man eigentlich nicht mehr guten Gewissens die ungepflasterte Strecke der Loop Road hätte fahren sollen.
Schon jetzt war ich froh, die Airboat-Tour gemacht zu haben, denn dieser Reinfall war echt nicht schön. Aber ich erinnerte mich an die Worte des Airboat-Käptn’s von wegen Salzwassergehalt…
Nach dieser Enttäuschung ging es dann ein kleines Stück weiter bis zum Shark Valley. Hier musste ich dann das Auto abstellen und da auch gerade die Tram Tour ins Valley weg war, hieß es aufs Radel umsteigen. Ich war ja schon einige Zeit nicht mehr Rad gefahren. Nun hatte ich knapp 25km Weg vor mir, allerdings im flachen Gelände, insofern kein Problem. Unterwegs habe ich dann auch wirklich einige Alligatoren gesehen und vor allem Vögel.
Auch eine Schildköte kreuzte meinen Weg, und man glaubt kaum, wie schnell die doch laufen können.
Pünktlich zu einem Regenschauer hatte ich die erste Hälfte der Strecke geschafft und war am Aussichtspunkt angekommen. Von hier hat meinen einen schönen Blick über die Everglades, auch wenn das Bauwerk nicht gerade in die Landschaft passt.
Auch auf der zweiten Hälfte des Rundweges konnte ich noch ein paar Alligatoren sehen, aber auch eine Schlange (wobei ich die Art noch rausfinden muss).
In etwas unter zwei Stunden war ich dann trotz Regenpause und aller Fotostops wieder am Ausgangspunkt gewesen. Dort habe ich meine gut 13 USD bezahlt für das Rad. Dieser Stop hatte sich aber auch wirklich gelohnt. Eine schöne Radstrecke und ich habe viel am Wegesrand gesehen.
Aber dann ging es auch schon weiter, denn entgegen der ursprünglichen Planung war der Tag hier noch nicht zu Ende. Erstmal ging es aber nach Miami zum Hotel. Dies habe ich dann auch noch gut gefunden, nur beim Parkplatz hatte ich mir eine leicht ungünstige Position ausgesucht, so dass ich mit meinem nicht ganz leichten Gepäck ein ordentliches Stück laufen musste. Ich habe geschwitzt ohne Ende. Im Hotelzimmer habe ich mich dann erstmal ordentlich frisch gemacht. Immerhin habe ich wieder eine Suite bekommen
Danach ging es dann zum letzten Tagespunkt, den ich mir gestern noch ersonnen hatte – nach Miami Beach. Da ich heute eh Abends hier bin, dachte ich mir, dann schaue ich mir doch das Art Déco-Viertel heute Abend an. Das macht dann die Tage in Ft. Lauderdale am Schluss entspannter. Also ging es wieder los mit dem Auto und knapp 20 Minuten später war ich in Miami Beach. Nach kurzer Suche habe ich auch ein Parkhaus gefunden, wo ich das Auto lassen konnte. Dann ging es erstmal auf einen Rundgang durch das Viertel, zunächst auf der Collins Av.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde ein Großteil des alten Miami Beachs in einem Sturm zerstört. Anschließend begann man mit dem Neubau des Viertels. Dabei entstanden dann die vielen Art Déco-Bauten. Der Stil wird hier dabei als maritimer Art Déco bezeichnet, da viele der Stilelemente aus der Schifffahrt kommen, wie Bullaugenfenster oder Vorsprünge an den Stockwerken, die an Schiffsdecks erinnern. Mit der Zeit waren die Gebäude dann jedoch ziemlich runtergekommen und erst in den letzten Jahren hat man vieles wieder renoviert. Heute steht das ganze Viertel unter Schutz.
Nach der Collins Av. ging es dann auf den Oceans Drive, die Strasse in Miami Beach schlechthin.
Noch war es nicht dunkel, aber es war trotzdem toll mal entlang zu schlendern.
Das Licht war zwar nicht ganz günstig, ich finde aber die Fotos sind noch besser geworden als erwartet. In einer Seitenstrasse wurde auch gerade ein Film gedreht. Vielleicht kennt ja jemand diesen Schauspieler (mir kommt das Gesicht jedenfalls bekannt vor):
Den Preis für den besten Parkplatz hat übrigens heute unser aller Freund und Helfer bekommen:
Danach bin ich dann erstmal was essen und mir war mal wieder nach Hummer. Ich bin im Ocean Ten gewesen und habe mir ein King Lobster Flosse bestellt. War schon lecker gewesen – aber auch kein preiswertes Vergnügen – aber ich hatte ja sonst im Urlaub beim Essen nicht so zugeschlagen (zumindest finanziell).
Danach habe ich dann der Dämmerung zugeschaut und in dem Moment der blauen Stunde versucht, so viele Fotos wie möglich zu machen. Leider war die blaue Stunde wie so oft viel viel kürzer, denn nach gut 20 Minuten war es zappenduster. Ein paar gute Fotos sind trotzdem noch rausgekommen.
Danach war es dann auch Zeit für den Rückweg zum Hotel. Als ich das Auto angelassen hatte, blinkte dann aber erstmal ein Warnsignal auf, was unmissverständlich sagte, dass das Auto Durst hat! Also noch schnell zur nächsten Tanke. Da in Miami Beach die Benzinpreise gut 50-60 Cent pro Gallone höher sind als auf dem Festland, habe ich es bei 3 Gallonen belassen und beschlossen, morgen dann vollzutanken auf dem Weg nach Key West.
Viertel nach Zehn bin ich dann auch im Hotel gewesen. Insgesamt hat dieser Tag mal wieder sehr gut funktioniert und das erweiterte Programm hat sich als goldrichtig erwiesen. Es war ein schöner Tag und die kleine Enttäuschung mit der Loop Road war auch schon fast vergessen.
Fazit:
- Die Fahrt mit dem Airboat hat wirklich Spaß gemacht und einen Einblick in die Everglades gegeben, wie man ihn sonst nicht hat
- Die Loop Road hat es leider nicht so gut mir gemeint
- Das Shark Valley war toll gewesen. Die Rundfahrt mit dem Rad hat Spaß gemacht und war interessant.
- Miami Beach war die Kröhnung zum Abschluss des Tages
Heute war endlich mal wieder ein Ruhetag auf der Reise und der war auch notwendig, denn die Tage in den Themenparks saßen mir noch immer in den Knochen. Insofern hieß es erstmal bis um 9 ausschlafen. Dann habe ich erstmal ein paar Postkarten geschrieben und dann schnell die Sachen gepackt und ab in Richtung Strand. Auf dem Weg dorthin bin ich die 5th Street entlanggelaufen, wo sich die Geschäfte aneinanderreihen. Eine ganz hübsche Strasse und zur Zeit ist halt überhaupt keine Saison, daher ist alles recht ruhig.
Am Strand habe ich dann ausgiebig das Wasser genossen. Immerhin ein klein wenig kühler als in Sanibel, aber erfrischend konnte man das immer noch nicht nennen. Leider habe ich nicht ganz aufgepasst und so habe ich mich einen Teil der Beine in der Sonne verbrannt.
Nach etwas über 2 Stunden hatte ich genug Sonne bekommen und war auch genug im Wasser gewesen, so dass ich meine Sachen wieder packte und am Strand noch bis zum alten Pier gelaufen bin.
Von dort ging es dann weiter durch den alten Kern von Naples, wo sich heute auch ein paar Geschäfte und Cafés tummeln.
In einem dieser Cafés habe ich mich dann auch erstmal niedergelassen und was getrunken und meinen Hunger mit einem Hummersalat gestillt. War mal wieder sehr lecker.
Danach ging es über die 5th Street wieder zurück und noch kurz nach Tin City. Tin City liegt im Osten von Naples und ist quasi die Souvenirmeile von Naples. Hier habe ich ein paar Floridaweine aus Früchten (Ananas, Limette und Blaubeere) probiert, die angeblich preisgekröhnt sind. Mein Fall waren sie aber nicht, alle zu süss!
Den Rest des Tages habe ich dann einfach mal gefaulenzt – und das war auch gut so
Fazit:
- Naples war ein netter Zwischenstop, um nochmal für den Endspurt Luft zu holen.
Heute morgen habe ich es recht gemütlich angehen lassen. Ich konnte mich einfach nicht früh aus dem Bett quälen. Bin dann aber doch noch pünktlich um 9 Uhr aus Sarasota weggekommen. Von hier ging es erstmal immer die US 41 Richtung Süden und das für knapp 2 Stunden. Dann war ich in Fort Myers angekommen. Eigentlich war das einzige Ziel für heute der Besuch der Inseln Sanibel und Captiva. Da aber das Wetter recht grummelig aussah, kam erstmal Plan B zum Zug. Was Plan B ist? Nun, erstmal ein Stop in Ft. Meyers und zwar an der wohl größten Sehenswürdkeit der Stadt (abgesehen vom Strand): die Winterresidenzen von Thomas Edison und Henry Ford. Beide Gebäude stehen direkt nebeneinander und können gemeinsam besichtigt werden (Eintritt 20 USD). Also habe ich mir schnell mein Ticket gezogen und dann ging es ab durch die schüle Hitze der Mittagssonne. Dank einem Audioguide bekommt man auch viele interessante Infos an den verschiedenen Besichtigungspunkten. Los geht es bei dem Banyon Baum. Dieser Baum war ein Geschenk Harvey Firestone’s (der Reifenhersteller!). Diese Bäume produzieren Gummi und da Edison viel Zeit in die Erforschung natürlichen Gummis investierte, machte diese Geschenk auch Sinn.

Das interessante an dem Baum ist, dass er immer wieder weitere Stämme ausbildet, um ihn zu unterstützen. Mit einer Fläche von über 4.000 Quadratmetern ist er heute der zweitgrößte Baum seiner Art auf der Welt (der größte ist der Mutterbaum dieses Baumes).
Danach ging es einmal quer über die Strasse zu den Winterresidenzen und zwar zunächst zu Edison’s Seminole Lodge.
Edison hatte das Haus 1885 erworben und die Familie hatte es bis Ende der 1940er Jahre genutzt. Danach hat man es der Stadt Ft. Meyers überlassen. Die Möbel sind alle noch Original und eine Dauerleihgabe der Familie.
Interessant sind vor allem die Lampen, die extra für Edison (der ja das elektrische Licht nutzbar gemacht hat) angefertigt wurden.
Danach ging es weiter ins Gästehaus, dass Edison 1906 erwarb.
Das Haus von Henry Ford steht nur ein paar Schritte weiter. Und die Nähe der beiden bekannten Persönlichkeiten ihrer Zeit ist kein Zufall. Ford arbeitete einst bei Edison in der Fabrik. Sein Interesse galt jedoch dem pferdeungebundenen Antrieb. Edison erkannte Fords Talent und förderte ihn. So wurde Edison Ford’s Mentor. Die resultierende Freundschaft führte auch dazu, dass Ford Edison in Ft. Meyers in seinem Wintersitz besuchte. Als eines Tages dann das Nachbaranwesen “The Mangoes” zum verkauf stand, erinnerte sich der Eigentümer an Fords Besuch und schrieb seine Sekretärin an, inwiefern Ford Interesse an dem Anwesen hätte – und er hatte.
Im Inneren wirkt das Anwesen wohnlicher als das von Edison.
Danach war ich kurz im Haus des Hausmeisters von Ford, wo heute ein Souvenirshop ist. Als ich allerdings wieder raus wollte, hatte es gerade angefangen bei strahlendem Sonnenschein zu regnen. Also war erstmal Warten angesagt. In einer kleinen Schwächelphase des Schauers, bin ich dann zumindest ein kleines Stück weiter, vorbei an diesem Gummibaum, dessen Wurzeln zu einem ganzen Teil über der Erde sind.
Dann besann sich der Schauer wieder auf seine alte Stärke und ich bin in die Garage von Mr. Ford geflüchtet.
Dort bot sich dann für eine Weile leider nur folgendes Bild:
Danach ging es dann weiter zum Flusssteg. Dies war der erste Bau auf dem Anwesen, da damals noch die meisten Sachen über Wasser nach Ft. Meyers gebracht wurden.
Damit ging es dann auch wieder zurück auf die andere Strassenseite, wo nur das Labor Edisons und ein Museum warteten. Im Museum wurde insbesondere ein interessanter Film über Edison gezeigt. Edison hatte ja fast 1100 Patente im Laufe des Lebens auf sich registriert, u.a. die Glühlampe und das Grammophon aber auch auf dem Gebiet der Filmtechnik war er sehr aktiv.
Insgesamt habe ich gute 3 Stunden hier verbracht und diese Zeit braucht man auch mindestens. Aber da ich ja noch Sanibel und Captiva auf dem Plan hatte, war für mich nicht mehr Zeit drin. Also ging es wieder ab und weniger später war ich auf Sanibel. Um dorthin zu kommen, waren jedoch erstmal 6 USD Maut fällig. Ganz schön happig. Dann ab zum ersten Strand. Unheimlich viele Muscheln gab es hier und vor allem auch in einer großen Vielfalt.
Ich nutzte die Zeit für einen kleinen Spazierganz und ein paar Fotoexperimente. Für das Parken am Strand sind übrigens nochmal 2 USD pro Stunde fällig. Bei diesem Strand konnte ich sie mir allerdings sparen, da ein Paar sich gerade ein Ticket gezogen hatte und dann doch beschloss weiterzufahren. Insofern haben sie mir das Ticket überlassen.
Wie auf dem letzten Bild zu sehen ist, ist mir das Gewitter aus Ft. Meyers immer auf den Fersen gewesen. Ich sollte aber für den Rest des Tages mit Sonne gesegnet sein.
Weiter ging es dann ein paar Meilen nach Norden zum Bowman Beach. Hier habe ich dann auch den Sprung ins (lauwarme) Wasser gewagt. Insofern war die Erfrischung eher mittelprächtig. Der Strand war aber auch sehr schön.
Und weiter nach Norden ging es dann eine Stunde später. Ziel war Captiva, die Insel nördlich von Sanibel. Nach einem kurzen Stop am Supermarkt (ich hatte Durst wie ein Kamel mit sieben Höckern), habe ich mein Auto mal wieder (kostenpflichtig) geparkt.
Den Strand dort habe ich aber schnell verlassen, da ich lieber eine Runde über die Insel gelaufen bin, denn aus dem Auto sah das alles schon sehr schön aus. Hier ein paar Bilder von diesem einstündigen Rundgang:
Damit wären wie auch beim Kleinanzeigenmarkt “Gesucht-Gefunden”. Heute zunächst mir einer Anzeige aus dem Bereich “Sie sucht Sie”:
“Ich (Alter unbekannt), robust aus verottungsfreiem Plastik, langes Haar, leicht verrenkter Körper suche meine Eigentümerin. Liege am Strand von Captiva nahe der Küstenstrasse. Selbständiger Heimweg aufgrund fehlender Beine leider ausgeschlossen”
Und eine Anzeige aus der Rubrik “Paar sucht Ihn”:
“Wir sind ein offenes Paar und lieben es gern dunkel. Wir sind sowohl rechts als auch links und stehen meist mit beiden Füssen auf dem Boden. Wenn du in unsere Fusstapfen passt, dann melde dich doch am Strand auf Captiva nahe der Küstenstrasse!”
Und damit ging dann auch der heutige Tag zu Ende, nicht jedoch ohne noch knapp 1,5h Autofahrt bis zum Tagesziel Naples, wo die nächsten beiden Nächte sind.
Für all diejenigen, die auch von Sanibel nach Naples (oder umgekehrt) fahren. Ab Sanibel ist die SR 865 wesentlich schöner als die US 41. Die SR 865 führt über Ft. Meyers Beach und Bonita Springs dann wieder auf die US 41. Wieviel Mehrzeit das kostet weiss ich nicht, kann aber nicht viel sein und die Strecke ist sehr schön.
Das Hotel in Naples ist das Lemon Tree Inn, was recht zentral gelegen und dabei auch noch preiswert ist. Im Abendlicht, mit etwas Gewitterstimmung sah es auch richtig klasse aus.
Fazit:
- Wer in Ft. Meyers ist, sollte auf jedenfall die Anwesen von Edison und Ford sehen
- Für Muschelsammler sind die Strände auf Sanibel und Captiva ein Traum. Für alle anderen gibt es auch andere schöne Strände und man sich die Maut sparen.
Und ab an die Golfküste ging es heute. Aus Tampa bin ich sogar halbwegs pünktlich losgekommen und so ging es direkt eine halbe Stunde weiter zum ersten Zwischenstop, dem Fort Desoto Park. Hier gibt es neben tollen Stränden (2005 war einer von ihnen auf Platz 1 der USA – der Northbeach) auch die Reste eines Forts aus dem Spanisch-Amerikanischen Krieg zu sehen.
Das Fort ist allerdings eher unspektakulär.
Allerdings ist der Blick von der Brüstung oben ganz nett.
Danach dachte ich mir, ich könnte ja auch hier mal gleich an den Strand. Das ging zwar auch, nur ins Wasser durfte man hier nicht, wegen gefährlicher Strömungen. Daher bin ich dann doch zum hochgepriesenen Northbeach. Dieser war dann auch wirklich schöner und ich bin gleich erstmal kurz ins Wasser. Das war zwar nicht wirklich erfrischend, aber besser als nichts. Nach einer guten Stunde rief dann allerdings der Zeitplan zum Aufbruch. Unterwegs ging es immer wieder über Brücken, die kleine Inseln verbinden, wie diese hier, die ich aus dem Auto bei der Fahrt geknippst habe:
Der nächste Stop sollte dann eigentlich die Gamble Plantation sein. Diese habe ich zwar auch gefunden, nur waren keine Touren möglich, da man gerade das Gebäude restauriert. Schade, aber wie sich herausstellen sollte, habe ich die hier gewonnene Zeit besser nutzen können. Für ein paar Außenfotos bin ich dann aber trotzdem kurz rumgelaufen.
Danach ging es nach einem kurzen Tankstop weiter zum Tagesendziel Sarasota, allerdings noch nicht zum Hotel, sondern erstmal zu den Ringling Museen. Dabei handelt es sich zum einen um eines der besten Kunstmuseen der USA, dann die Ringling Villa und ein Zirkusmuseum (und jetzt sollte auch der Titel dieses Artikels für alle Sinn machen
).
John Ringling war der Zirkus-König in den USA. Gemeinsam mit seinen Brüdern wuchs sein Zirkus kontinuierlich und im Jahr 1908 wurde mit der Übernahme des P.T. Barnum Circus “The Greatest Show on Earth” geboren.
Sarasota war für lange Zeit der Winterstandort des Zirkus, da es im Norden zu kalt wurde. Während dieser Zeit wurde deer Zirkus zum Zoo. Ringling hatte jedoch auch noch eine zweite Vorliebe und das war die Kunst. Und so trug er im Laufe seines Lebens eine beeindruckende Sammlung zusammen. Ein Großteil des Ringling-Vermögens wurde jedoch im Börsenchrash 1929 und der darauf folgenden Weltwirtschaftskrise vernichtet. 1936 starb Ringling dann. Seine Brüder waren zu diesem Zeitpunkt ebenfalls schon tot.
Als erstes habe ich mir das Kunstmuseum hier angeschaut.
Da ich nicht soviel von Kunst verstehe, habe ich mir am Eingang einen Audio-Guide ausgeliehen, der zu vielen Bilder interessante Hintergrundinfos gab (kostet gut 5 USD extra zu den 15 USD Eintritt). Damit war der Besuch dieses Museums auch interessant für mich als Kunstlaien. Als Minimum sollte man jedoch allein für diesen Komplex gut 2h einplanen und selbst dann kann man nur die Audio Tour ablaufen und für die restlichen Gemälde bleibt eigentlich keine Zeit. Heute war auch noch eine Sonderausstellung zur Fotografie da, die ich mir auch angeschaut hatte und wo schon tolle Bilder zu sehen waren.
Aber nicht nur die Gallerie selbst war sehr interessant, der Innenhof war auch ein Augenschmauß.
Danach ging es dann weiter ins Zirkus-Museum. Hier befinden sich vor allem eine Reihe von Andenken an den Zirkus und alte Zirkuswagen. Hier war ich dann auch schneller durch, denn mehr als einen Rundgang konnte man ja nicht machen.
Danach bin ich dann ins Nachbargebäude, wo ein Modell des Zirkus aufgebaut ist. Und wie vieles in den USA, ist auch Zirkus eine Nummer größer als bei uns. Genauergesagt hatte der Circus rund 1.300 Mitarbeiter und pro Vorstellung ca. 13.000 (!!!) Besucher. In dem Zirkuszelt gab es dann auch nicht nur eine Manege, sondern drei, auf denen parallel Akteure unterwegs waren. Neben diesem Hauptzelt gab es dann auch noch zahlreiche Nebenshows (Side Shows).
Danach ging es dann weiter in die Ca’d'Zan, was soviel heißt wie “John’s Haus”. Dies war die Winterresidenz von John Ringling. Das Gebäude ist wie ein venzianischer Palast aufgebaut.
Die Frau von John Ringling war eine Rosenliebhaberin und so befindet sich auf dem Gelände auch noch ein Rosengarten.
Zu guter letzt bin ich nochmal ins Kunstmuseum, da ich beim ersten Mal nur einen Teil gesehen hatte und dann erstmal weiter bin, um in der verbleibenden Zeit wenigsten alles ein wenig zu sehen. Ich habe auf dem Komplex so fast 4h verbracht und das war wirklich die Minimumzeit. Ich denke mit 5-6h Zeit kann man diese tolle Attraktion wirklich genießen. Damit war dies aber auch das Tageshighlight für heute gewesen.
Danach ging es dann ab zum Hotel, dem Best Western Midtown in Sarasota. Das Hotel war in Ordnung, wie ein Best Western halt
Da mein Magen allerdings noch etwas knurrte, bin ich nochmal ins Auto. In einem Heft habe ich die Empfehlung für ein Restaurant für Meeresfrüchte gesehen, also bin ich dort hin. Nach ewiglanger Parkplatzsuche musste ich feststellen, dass die Leute schon vor dem Restaurant anstanden für Plätze. Das war ja dann absolut nichts für mich – Anstehen für Essen *kopfschüttel*. Also bin ich zur zweiten Empfehlung – einem Italiener – gefahren. De Marcos Grill hieß das Restaurant und war wirklich gut. Bei einem Glas Wein habe ich mir Suppe, Salad und ein paar überbackene Shrimps gegönnt und dank 20%Rabattcoupon nur knapp 18 EUR (inkl. 20% Trinkgeld und Steuern) bezahlt. Das war wirklich gut und ich war pappsatt.
Damit konnte ich dann auch beruhigt schlafen gehen (der Wein hat da auch geholfen
).
Fazit:
- Der North Beach im DeSoto-Park war wirklich schön. Das Fort kann man sich aber sparen.
- Die Ringling Museen sind toll gewesen und ich war froh, die Gamble Plantation nicht gesehen zu haben und so hier die Zeit verbringen zu können. Es war es wert gewesen!




































































































































