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…mit diesem biblischen Worten (Psalm 104, Luther) eröffne ich mit einem Becher extrastarkem Starbucks-Kaffee in der Hand den heutigen Beitrag. Nach einer eher unsteten Nacht bin ich heute morgen gegen 7 Uhr aufgestanden. Danach gab es erstmal ein für meine Verhältnisse reichhaltiges Frühstück und so war ich kurz nach 8 fertig, um Sacramento zu verlassen und war Punkt halb 9 auf der Interstate in Richtung San Francisco. Da ich Sacramento ja gestern soweit abgehakt hatte, blieb der heutige Tag vollständig für das Nappa Valley. Der erste Stop war dann auch gleich der Eingang ins Napa Valley: die Stadt Napa, die ich nach gut einer Stunde erreicht habe.
Dort habe ich erstmal das Visitor-Center gesucht, denn so richtig war ich mir nach dem was ich im Internet gelesen hatte noch nicht sicher, was nun Nepp in der Gegend ist und was wirklich sehenswert. Dort nahm sich dann eine nette alte Dame meiner an und hat mir gute 20min viele Tips gegeben und war dabei auch ehrlich genug die Dinge zu nennen, die ihr Geld nicht wert sind. Damit hatte ich dann mehr als genug Ideen für die nächsten 2 Tage. Da ich gerne nicht nur Weinproben sehen wollte, sondern auch eine richtige Weingutsführung hat sie mir das Weingut Robert Mondavi wärmstens ans Herz gelegt. Dort bin ich dann auch erstmal hingedüst, was über den Highway 29 nur wenige Minuten brauchte.

Es hatte auch gerade eine Tour angefangen, so dass ich noch schnell die 25 Dollar bezahlt habe und dann ging es auch schon los. Zunächst einmal gab es eine Probe eines Fumé Blancs, eine im Eichenfass gealterten Variante des Sauvignon Blancs und was soll ich sagen – dieser Wein war fantastisch – die Leichtigkeit und Komplexität des Weines haben sich hier grandios abgewechselt. Robert Mondavi hat übrigens diese Spielart der Herstellung von Sauvignon Blanc eingeführt, da zu dem Zeitpunkt in den 70er Jahren der Sauvignon Blanc keinen guten Ruf in den USA hatte und er nach eine Möglichkeit suchte seinen Wein von dem der schlechteren Qualitäten abzuheben. Er hat sich das ganze jedoch eigentlich aus Frankreich abgeschaut, wo es mit dem Pouilly-Fume etwas ähnliches gibt. Wie auch immer, der Wein hat geschmeckt
Daneben wurden ein paar Infos erstmal zum Weinanbau in den USA allgemein und dann zum Napa Valley im Speziellen gegeben. Kalifornien ist der Wein-Bundesstaat in Amerika und das Napa Valley sicherlich ein Synonym dafür, doch weit weniger als 10% der Kalifornischen Weine stammen aus dem Napa Valley. Das wird auch schnell deutlich wenn man sich die Größe des Napa Valley vor Augen führt: 174 Quadratkilometer. Nach dieser Einführung ging es dann weiter in das Demonstrationsfeld, wo die verschiedenen Traubenarten alle Nebeneinander stehen und man so besser die Unterschiede sehen kann:


Die Unterscheidung zwischen den Trauben erfolgt dabei anhand ihrer Blätter – wie ist die Oberfläche, wie viele Zacken etc. Eine Unterscheidung zwischen Rot- und Weisswein anhand der Farbe ist zu dieser Zeit im Jahr noch nicht möglich


Im jetzigen Zustand waren die Trauben auch noch recht sauer und haben kaum Wasser und Zucker in sich. Auch die Kerne waren noch nicht fest – aber sie sahen schon wie Trauben aus

Schnee gibt es in der Gegend übrigens nicht, allerdings schon die Gefahr von Frost im Frühjahr. Um dies zu verhindern, stehen auf den Weinfeldern Ventilatoren, die die Luft zirkulieren, wenn Frost angekündigt ist und damit verhindern, dass die Weinreben “erfrieren”.

Hier der Beweis, dass ich auch heute noch lebe

Dann ging es aus der Hitze rein in den heiligen Hallen, wo zunächst die Fässer für den Fermentierungsprozess zu sehen waren.

In diese riesigen Eichenfässer kommen die gepressen Trauben und die Fermentation findet statt, sprich Zucker wird in Alkohol umgewandelt. Diese Fässer sind gute zwei Stockwerke hoch! Positiv überrascht war ich, dass für die Ernte der Trauben fast keine Maschinen eingesetzt werden, sondern fast alles per Hand geht. Trotzdem haben es die Winzer hier auch dem flachen Land etwas einfacher als der Rhein/Mosel-Winzer mit seinen Steillagen.
Etwas weiter unten warteten dann die Weinfässer für die Lagerung auf uns und wenn man mich irgendwann mal in einem verschlossenen Raum vergessen sollte, dann bitte in diesem:


Die rote Farbe an den Fässern kommt übrigens von den Schalen der roten Weintrauben! Bei allen Weingütern wo ich heute war, setzt man zudem auf das traditionelle Eichenfass und verschmäht die in Mode gekommenen Chips.
Nach einem kurzen Blick in die Flaschenabfüllung ging es dann zur Verkostung.

Zu probieren gab es einen weiteren Weiss- und zwei Rotweine. Alle durchweg lecker, aber auch nicht ganz billig.
Insgesamt hat das ganze 1,5h gedauert und war aus meiner Sicht das Geld voll und ganz wert. Ich hatte zumindest meinen Spaß

Da ich langsam wieder Hunger bekam, ging es als nächstes zum Weingut V. Sattui, welches mir ebenfalls empfohlen wurde, nicht zuletzt aufgrund der guten Deli-Sandwiches.


Zunächst habe ich dort aber auch noch eine kleine Weinprobe gemacht. Diesmal allerdings eine Wein-Essen-Kombination. 3 Weissweine wurden mit 3 Speisen kombiniert. Ich habe die Weissweinprobe genommen und serviert wurden ein Sauvignon Blanc, ein (angeblich) trockener Riesling und noch ein weiterer, dessen Name mit entfallen ist. Dazu gab es (in der gleichen Reihenfolge) italienischen Meeresfrüchtesalat (zum Sauvignon Blanc), Thainudeln (zum Riesling) und Senf-Shrimps. Insgesamt haben mir die Kombinationen durchauch geschmeckt (waren ja nur kleine Proben), aber der Riesling war mir viel zu süss (der Angestellte meinte, dass die Amis ihn wohl am liebsten noch viel süsser trinken – bäh!). Ob einem das ganze 18 USD wert ist, muss man selbst entscheiden. Ich fand es zumindest interessant, wenn auch preislich grenzwertig.
Von der Vorstellung einer romantischen Weinprobe á la Mosel sollte man sich hier auch verabschieden, denn gemütlich ist das nicht wirklich

Das Weingut selbst ist in den letzten 4 Jahren 2x bestes Weingut im Valley gewesen, die Weine selbst sind aber nur hier und nirgends im Handel erhältlich.
Im Anschluss habe ich mir dann ein schönes großes Pastrami-Sandwich geholt und mich damit in die Sonne gesetzt. Dabei kam ich mit zwei Kanadiern ins Gespräch, womit dann auch schnell fast eine Stunde rum war.
Den Weinkeller kann man sich hier übrigens auch anschauen und damit kommen wir zur Alternative, wenn es mit dem Vergessen im Weinkeller bei Robert Mondavi nicht klappt

Nach den zwei Weinproben wollte ich eigentlich keinen Wein mehr für heute probieren (hat nicht ganz geklappt -.siehe weiter unten
) und bin daher zu einer Mini-Sehenswürdigkeit leicht nördlich von Calistoga gefahren, dem Geysir Old Faithful of California. Mit Coupon waren für das Spektakel immer noch 7 USD Eintritt fällig und dann konnte ich mir den Geysir anschauen. Nun, imposant ist sicherlich was anderes
aber in der Hinsicht war ich durch die Reiseführer schon vorgewarnt. Aber nett, es mal gesehen zu haben.

Bevor es losgeht mit dem Spektakel, kündigt sich das ganze mit Rauch an. Die Fontäne selbst ist hier bis zu 20m hoch und kommt recht regelmäßig (heute alle 10min, im Durchschnitt jedoch alle 40min).



Naja, als kleiner Zwischenstop war es ganz nett, aber nicht mehr – aber so hab ich wenigstens auch mal einen Geysir gesehen. Wer sowas schon kennt, brauch hier aber sicher keinen Stop zu machen. Etwas erwähnenswertes gab es dann aber doch noch: ich habe hiermit den nördlichsten Punkt der Rundreise erreicht
Da ich noch ein klein wenig Zeit hatte, habe ich dann beschlossen, mir doch noch ein Weingut im Norden des Napa-Valleys anzuschauen, da ich so dann den Norden für morgen abgehakt habe. Also bin ich noch zum Sterling Weingut gefahren. Das Besondere hier ist, dass man mit einer Seilbahn zum Weingut hochfahren muss. Nicht so besonders ist dagegen der Eintritt mit 20 USD.
Dann ging es aber erstmal den Berg hinauf mit einer schönen Aussicht über das Valley.


Oben angekommen wurde man mit einer Probe eines Pinot Gris begrüßt. Geschmacklich auch wieder ein prima Wein. Dann kann man eine selbsterklärende kleine Tour durchlaufen. Hier ein paar Bilder von dem Anwesen und den Produktionsstätten:



Auch hier gab es wieder einen Raum, wo man mich Einsperren darf

Schließlich hat man von der Terrasse nochmal einen tollen Ausblick:

Schließlich gab es dann noch 4 weitere Weine zum Probieren, einen Sauvignon Blanc, einen Zinfandel, einen “Bordeaux” (sie dürfen ihn nur nicht so nennen) und einen süssen Weisswein (Namen hab ich vergessen – ich werde alt – oder betrunken…). Allesamt waren sie gut trinkbar und insbesondere die beiden Rotweine sehr schön komplex. Mitgenommen habe ich trotzdem keinen, denn im warmen Kofferraum bei über 40 Grad wird der Wein auch nicht besser
Das war es dann aber auch mit Wein für heute und ich bin nochmal kurz nach Napa gefahren, um dort den Chefs Market abzulaufen, der immer Donnerstags ist und ein paar Fotos vom Ort zu machen. Mit diesem Ort werde ich aber nicht warm – er wirkt irgendwie aufgesetzt und künstlich. Es fehlt jegliche Authenzität.



Danach ging es dann aber wirklich ab in Richtung Petaluma, wo ich die nächsten 2 Nächte bin. Der Ort ist gut 20-30min von Napa entfernt. Insgesamt ein wirklich toller Tag und ich bin froh, dass ich Sacramento schon gestern gemacht habe und so zwei Tage hier im Napa Valley habe. Jetzt werde ich noch ein wenig am “Schlachtplan” für morgen arbeiten und dann gehts in die Koje – ich bin MÜDE!
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Nachdem ich die Nacht gut geschlafen hatte und ein gutes Frühstück (lecker Ananas
) gehabt hatte, ging es halbwegs pünktlich halb 9 auf die Strasse und direkt nach Sacramento, wo ich nach etwas über 2,5h angekommen bin.
Der erste Eindruck war – wie in Boston
Alles irgendwie deutlich europäischer und viel grüner als die anderen Städte im Westen. Dazu strahlender Sonnenschein
Also schnell das Auto abgestellt in der Innenstadt und kurz im Hotel eingecheckt.
Danach ging es dann auch gleich erstmal Arnie besuchen – nur der hat natürlich unseren Kaffeeklatsch vergessen und so musste ich als normaler Besucher durchs Capitol von Kalifornien spazieren. Das Capitol liegt in einem wunderschönen Park in toller Atmosphäre.



Und hier ist es – das State Capitol – einer der kleinen Brüder vom Capitol in Washington DC.


Das Gebäude brauchte fast 14 Jahre, um fertiggestellt zu werden, von 1860 bis 1874. Gründe hierfür waren, dass zu der Zeit der Bürgerkrieg herrschte, Geld knapp war aber auch noch keine Elektrizität vorhanden war. Eigentlich sollte an der Front auch noch eine Grüße Treppe sein, die den Eingang in den heute 2. Stock legt (noch heute ist dort eine monumentale Eingangstür verbaut), aber die Geldknappheit führte dazu, dass man darauf verzichtet hat und daher ist die Eingang heute einen Stock tiefer.
Als Besucher kann man jedoch auch in das Innere des Gebäudes und an einer kostenfreien 45-minütigen Führung teilnehmen, was ich dann auch als nächstes getan habe.


Während der Tour sieht man unter anderem die Assembly Hall (quasi das Unterhaus) und die Senate Hall (quasi das Oberhaus). In beide darf der Gouvenor nur einer Einladung herein.


Sacramento war übrigens bei weitem nicht die erste Hauptstadt des Bundesstaats Kalifornien. Mit dem Beitritt zu den USA war Monterey noch vorläufiger Sitz, da dort das Militär saß. Man war jedoch auf der Suche nach einem unbelasteten Ort, als aus San José das Angebot kam, den Washington Square zur Verfügung zu stellen. Damit war San José erste Hauptstadt des Bundesstaates von 1849 bis 1851.
Die Unterkunft war dann aber derart schlecht, dass viele Politiker den Weggang aus San José forderten, zu dem es dann auch kam. Wieder wurde geschaut, welche Stadt das beste Angebot machte und diesmal konnte Vallejo überzeugen. Als man jedoch im Januar 1852 umzog, war noch nichts in Vallejo fertig, so das man temporär für 5 Monate nach Sacramento auswich. Aber auch danach war die Situation in Vallejo nicht gut, denn die Infrastruktur passte einfach nicht. Nachdem auch Sacramento Probleme nach eine Flut hatte, war man um das Angebot der Stadt Benicia froh, die anbot, ihr Rathaus zur Verfügung zu stellen. Bereits im Februar 1854 wurde Benicia Hauptstadt. Das Gebäude dort war deutlich besser, aber es fehlte an Unterbringungsmöglichkeiten für die Abgeordneten, so dass man bereits ein Jahr später doch zurück nach Sacramento ging, was sein Gerichtsgebäude als Unterbringungsort anbot. Dort blieb man dann auch bis auf eine Ausnahme – im Dezember 1861 erfasste eine schwere Flut Sacramento, so dass man den Hauptsitz nach San Francisco bis Mai 1862 verlegt hat. Aber die Bestrebungen einiger dort bleiben zu wollen waren dann wohl doch nicht erfolgreich und so ging man zurück nach Sacramento und ist bis heute dort geblieben.
Der Besuch des State Capitols lohnt auf jedenfall und ist interessant. Hier noch ein letztes Foto davon: der Zugang zu Schwarzeneggers Büro:

Schwarzenegger ist übrigens der erste Gouvenor, der seinen Namen in Goldbuchstaben über der Tür hat anbringen lassen – Geltungsbedürfnis?
Dafür hat er die Bärenskupltur (der Bär ist Wappentier Kaliforniens) auf eigene Kosten in Colorado erworben und hier hinstellen lassen, damit die Besucher was zu fotografieren haben, wenn er mal nicht da ist…
Nach dem Besuch ging es dann einmal quer durch Downtown in Richtung Old Sacramento.




Old Sacramento ist ein Statepark und gleichzeitig ein Einkaufs- und Kneipenviertel in der sich historische Bausubstanz aus den 1840ern und Nachbauten vereinen. Zusätzlich gibt es noch Schiffsrundfahrten und diverse Museen. Es hat Spaß gemacht durch die kleinen Strassen zu laufen und etwas durch die Geschäfte zu schlendern. Sicher eine der authentischsten West-Altstädte.




Ein alter Raddampfer liegt auch als Hotel auf dem Sacramento-River:

Und noch ein paar Bilder aus Old Sacramento



Danach gings dann wieder zurück durch Downtown ins Hotel, wo ich jetzt gerade den Bericht schreibe.


Dabei kam ich auch noch bei der hübschen Kathedrale vorbei:


Insgesamt ein schöner halber Tag, den man in der Stadt verbringen kann. Auch ein wenig Zeit um durch Geschäfte zu schlendern war dabei. Und das ganze bei tollem Wetter – was will ich mehr
Damit werde ich aber morgen direkt ins Napa Valley bzw. nach Petaluma weiterfahren um so fast 2 volle Tage dort zu haben. Mal sehen was ich dann so mache, denn final habe ich das noch nicht festgelegt…
Für heute beende ich erstmal zurfrieden den Bericht
… möchte ich werden
Naja wenn ich so alt wäre wie die Bäume von heute, dann hätte ich schon eine Menge in meinem Leben gesehen und erlebt – aber mehr dazu unten. Nach den zwei zuletzt eher ruhigeren Tagen was die Attraktionen anging, stand heute wieder ein Highlight der Reise an – der Sequioa und Kings Canyon Nationalpark.
Zunächst aber bin ich heute erstmal etwas später aus der Koje. Da mit meiner kostenfreien Hotelbuchung sich immer noch nicht ergeben hatte, hatten die vom Hotel mir die Nacht immerhin nur mit 30 USD statt der sonst über 70 in Rechnung gestellt – war ja ne nette Geste, denn die konnten ja auch nix dafür. Nach einem Frühstück bin ich dann kurz nach 9 in Richtung Sequioa-Nationalpark aufgebrochen. Damit ging es dann auch direkt wieder in die Sierra Nevada. Und heute gelang es mir dann auch ein paar Bilder von der Landschaft zu machen, von der ich gestern meinte, sie sähe aus, als wenn sie mit Wildleder überzogen wäre.


Sobald man jedoch ein kleiner Stück weiter die Berge hinaufkommt, ändert sich das Landschaftbild gleich wieder und es wird waldig. Damit war dann auch schon die Grenze des Nationalparks erreicht, wo ich meinen Obolus von 20 Dollar lassen musste.

Der Park gehört zu denjenigen, bei denen man ziemlich viel fahren muss. Und so war es auch noch eine gute Stunde Fahrt, bis ich bei den ersten Sequoias angekommen war. Allerdings gab es unterwegs schon ein paar Fotostops.




Und dann ging es endlich in den Giant Forest – den Wald der Giganten. Gleich zu Beginn führte die Strasse durch 4 der Mammutbäume hindurch.

Der erste Stop im Giant Forest war das kleine Museum rund um die Sequoias. Auf jedenfall interessant. Die hier vorkommenden Mammutbäume sind das Inlandpendant zum Küstenmammutbaum, den ich ja zu Beginn der Reise in Big Sur schon gesehen habe. Im Unterschied zum Küstenmammutbaum, werden ihre inländischen Verwandten nicht ganz so hoch (“nur” maximal 100m statt 120m bei den Küstensequoias). In alles anderen Kategorien sind die inländischen Sequoias die überlegeneren. So wiegen sie bis zu fast 1300t (soviel wie 2 Jumbo Jets), haben eine Baumrinde von teilweise 75cm und einem Durchmesser am Stamm von bis zu 13m.

Am beeindruckendsten sind sie allerdings, wenn man sie im Vergleich zu “normalen” Bäumen sieht. Dann fällt der Unterschied erst richtig auf. Ansonsten hier mal ein erstes “durchschnittliches” Exemplar – der “Sentinal” Sequoia (mit mir zum Größenvergleich):

Im Gegensatz zu sonstigen Bäumen wird bei Sequoias der Stamm nach oben hin nicht dünner, daher haben sie auch soviel Gewicht. Oft sieht man auch, dass Teile des Baumes bereits tot sind, aber andere noch leben.

Das beeindruckendste ist jedoch das Alter der Bäume: bis zu 3200 Jahre. Wenn man sich überlegt, welche Zeiten dieser Baum schon alles überlebt hat: Römer, Kreuzritter, das Mittelalter, die Entdeckung Amerikas, die Industrialisierung, 2 Weltkriege, usw. – und natürlich nicht zu vergessen, den deutschen Touristen der sie alle mit seiner Kamera bewaffnet abfotografiert

Dann ging es erstmal weiter zum Morro Rock (siehe Bild oben neben dem mit dem Tunnelfelsen). Ja genau, der Morro Rock heisst genauso, wie der an der Küste, und ein wenig ähnlich schaut er auch aus. Es handelt sich um einen Granitblock, der durch die Erdkräfte nach oben gedrückt wurde. Man kann zwar bis fast heranfahren, aber die letzten 100 Höhenmeter auf ingesamt 2050m muss man dann doch mittels 400 Stufen zurücklegen. Dafür war die Aussicht von oben schön, auch wenn mittlerweile Wolken aufgezogen waren.


Als nächstes ging es dann zur Hauptattraktion des Parks, dem General Sherman Tree, dem größten lebenden Baum der Welt (gemessen am Holzvolumen). Sein alter wird auf 1900 bis 2500 Jahre geschätzt und sein Volumen beträgt gute 1500 Kubikmeter. Seine Höhe ist dagegen mit 83,3m im Vergleich mit den Küstenmammutbäumen nichts besonderes – im Vergleich mit sonstigen Bäumen allerdings schon!

Wer einmal um den Stamm von diesem Baum rumgeht, legt gut 31m zurück, dass ist doch mal was.
Von dort bin ich dann noch den Congress Trail gelaufen, einen knapp 3,2km langen Wanderweg. Da das ganze auf 2200m ist, ist es allerdings ziemlich frisch gewesen.



Die Sequioas kommen übrigens nur in einem ganz kleinen Streifen der Sierra Nevada vor. Im tieferen Gegenden ist es ihnen zu trocken und weiter oben zu kalt. Insofern spricht man auch vom Sequoia-Gürtel.
Nach dieser Wanderung war es dann fast 15 Uhr. Nun hätte ich eigentlich in Richtung Hotel fahren können (waren ja schließlich noch 150km), aber die Sonne kam gerade wieder raus und so habe ich mich noch kurzerhand entschlossen, die gut 80km in den Nachbarpark Kings Canyon Nationalpark zu fahren. Der erste Stop dabei waren jedoch nochmal Sequoias und zwar genauergenommen der General Grant Tree. Dies ist der zweitgrößte Baum der Welt und gleichzeitig der nationale Weihnachtsbaum der USA

Danach ging es dann auf kurviger Strecke bis auf 1000m hinab. Da mein Zeitplan für den Kings Canyon recht eng war, wurde hier mal zügig die Bergstrasse gefahren – es war wieder Lenkarbeit gefragt. Aber die Aussichten waren toll!


Schließlich kam ich irgendwann im Tal (bei gut 900m) an und dort war er dann: der Kings River.


Nächster Halt waren dann die Grizzly Falls, ein kleiner Wasserfall:

Und schließlich kamen dann zu guter Letzt noch die Roaring River Falls:


Danach war ich dann aber auch gesättigt für heute. Ich würde sagen, normalerweise sollte man für jeden der beiden Parks einen vollen Tag einplanen. Denn auch wenn es superschön war – heute Abend bin ich auch echt platt, zumal ich ja von dort noch einiges zu fahren hatte und der ersten Abschnitt wieder komplett durch die Berge. Aber ich war zügig und sicher dann gegen 19 Uhr in Fresno angekommen, wo ich heute Nacht ein nettes Hotelzimmer habe. Für morgen habe ich beschlossen das Flugzeugmuseum in Merced auszulassen und direkt nach Sacramento zu fahren. Flugzeuge habe ich in San Diego auf der USS Midway genug gesehen
So kann ich dann entweder mehr von Sacramento oder dem Napa Valley sehen.
Zum Schluss des heutigen Tages noch ein “Ach-wie-Süss”-Bild:

So, jetzt sitze ich hier am Flughafen in Miami und schreibe gerade noch diese Zeilen fürs Blog, bevor es dann in den Flieger ab in Richtung Heimat geht.
Heute morgen ging eigentlich alles recht entspannt. Kurz nach 8 bin ich aufgestanden, dann gemütlich die letzten Sachen gepackt, nochmal Mails gecheckt und dann ab ins Auto Richtung Miami. Nach kurzer Suche bin ich das Auto dann auch losgeworden. Da hatte ich ja noch meine Bedenken, da der Zustand nicht so prickelnd ist (nicht wegen meiner 1.500 Meilen, sonder wegen der 19.000 davor!), aber keiner hat gemeckert.
Das Shuttle hat mich dann zum Flughafen gebracht und jetzt habe ich nach einem kleinen Snack (Mozarella Sandwich) die Wartehalle erreicht und harre der Dinge, bis mein Lufthansaflieger da ist.
Das waren also 2,5 Monate Reise… kam mir bei weitem nicht so lang vor. Aber es war TOLL!!!! Ich kann kaum glauben, das wirklich alles geklappt hat, so wie es geplant war, zumindest mit kleineren Aussetzern hätte ich ja schon gerechnet. Insofern der perfekte Urlaub, von dem ich keinen einzigen Tag missen möchte und der mich die nächste Monate sicher mit dem Aussortieren und Sichten der Bilder noch lang beschäftigen wird.
Damit geht auch dieses Reisetagebuch zu Ende, aber noch nicht das Blog, denn es wird sicher noch das ein oder andere im Nachgang zu berichten geben!
Schonmal an dieser Stelle Danke an alle, die fleissig mitgelesen haben!
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